Die Landesverteidigung rückt wieder in den Mittelpunkt der Aufgaben des Bundesheeres, es wird aufgerüstet. Das sei aber kein Schaden für die zweite wichtige Aufgabe - die Hilfseinsätze wie etwa bei Unwetterkatastrophen. Übrigens: Die Kärntner sind dem Heer gegenüber positiv eingestellt.
Österreichs Heer rüstet auf. Viele, manche sagen zu viele, Jahre war wenig bis gar nichts investiert worden. Der Bedarf schien nicht gegeben. Doch jetzt sei alles anders. Vor allem, weil sich die Bedrohungslagen teils dramatisch verändert hätten. 16,6 Milliarden Euro sollen binnen vier Jahre in Kasernen, Gerätschaften und Ausrüstung fließen - ein Teil davon auch nach Kärnten.
In Villach wird ja eine Großkaserne entstehen - der Abriss der alten Henselkaserne beginnt in wenigen Wochen. Ab 2028 soll schließlich die neue, 370 Millionen Euro teure Anlage sukzessive bezogen werden. Der Vollausbau ist für 2030 vorgesehen.
Neue Gerätschaften für Kärnten
Diese Investition bleibt nicht die einzige. Denn auch in Kärnten wird vom Geländewagen über Lkw bis hin zu Schutzhelmen, Uniformen und Bewaffnung für Soldaten jede Menge erneuert. Es soll auch krisensichere Infrastruktur geben. Die Khevenhüllerkaserne etwa soll als erste so ausgelegt werden, dass im Ernstfall - etwa einem Blackout - mindestens 14 Tage lang ein Inselbetrieb möglich ist; samt Energieversorgung, Nahrungsmitteln und vielem mehr. Weitere Kasernen sollen dann folgen.
Insgesamt versucht sich das Bundesheer wieder auf seine Kernaufgabe, die Landesverteidigung, zurück zu konzentrieren. Was aber auch der wichtigen Funktion als Katastrophenhelfer zugutekäme, so Landes-Militärkommandant Brigadier Philipp Eder: „Auch dort ist moderne Ausrüstung extrem wichtig. Wie etwa unsere Hubschrauber.“ Bei den Unwetterkatastrophen im Vorjahr waren Einheiten des Heeres neben Feuerwehren und freiwilligen Helfern wochenlang im Hilfseinsatz gestanden.
Vor allem, wenn es um zerstörte Infrastruktur geht, sind die Spezialisten des Heeres mit ihrem Knowhow und ihrer Ausrüstung gefragt. Dazu auch eine besonders gute Nachricht: Es soll auch mindestens ein neuer Helikopter vom Typ Leonardo 169 wieder fix nach Kärnten in den Stützpunkt am Flughafen Klagenfurt kommen - vielleicht sogar zwei. Der einzige Wermutstropfen: vermutlich allerdings nicht vor 2026.
Kärntner sind heeresfreundlich
Definitiv im Land sind die Helis, die primär auf dem Stützpunkt Aigen im Ennstal konzentriert bleiben, bei der Großübung im Juni dieses Jahres - die teils in Kärnten stattfinden wird. Einem Land, das übrigens heeresfreundlich ist. 71 Prozent der jungen Männer leisten hier noch Präsenzdienst, 39 Prozent entscheiden sich für einen Zivildienst. Zum Vergleich: Im Bundesschnitt sind es nur noch 55 %, die den Weg in die Kaserne wählen.
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