Ein neues Konzept der Stadt Wien soll säumige Erziehungsberechtigte zur Mithilfe bewegen. Bei hartnäckiger Verweigerung blühen dann auch Geldstrafen.
Eltern prägen die schulische Laufbahn mit. Elternarbeit stellt damit einen wichtigen Beitrag für die Bildungslaufbahn eines Kindes dar. „Ohne Eltern geht es nicht!“, ist Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (Neos) überzeugt. Zuletzt kam es wegen den von Wiederkehr geforderten Verwaltungsstrafen bei Missachtung der Elternarbeit zu einem Schlagabtausch mit Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP).
Im Detail stellt sich Wiederkehr das so vor: „Wir verstehen unter Elternarbeit die Teilnahme an Elternabenden, Sprechtagen und persönlichen Gesprächen, bei Bedarf Terminen und Maßnahmen der Schulsozialarbeit.“
Für jene Eltern, die bei problematischen Entwicklungen ihrer Kinder wegschauen, muss es die Möglichkeit von Verwaltungsstrafen geben.
Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (Neos)
Dometscher und Eltern-Lehrer-Cafés
Zunächst gehe es darum, die Mitwirkung der Eltern durch entsprechende Angebote zu fördern und zu ermöglichen. Konkret könnte das durch Angebote des Dolmetschens bei Elternsprechtagen, mehrsprachige Elternabende oder etwa Eltern-Lehrer-Cafés zum gegenseitigen Kennenlernen gelingen. Sollten Eltern ihren Pflichten weiterhin nicht nachkommen, schlägt Wiederkehr ein zweistufiges System der Eskalation vor: In einem ersten Schritt besuchen Schulsozialarbeiter die betroffene Familie zuhause.
Rechtsgrundlage muss erst geschaffen werden
Sollte die aufsuchende Elternarbeit abgelehnt werden, sei im zweiten Schritt eine Verwaltungsstrafe als Maßnahme für den Entzug von der Teilnahme an der Elternarbeit vorzusehen. „Wir fordern daher von der Bundesebene, dass eine entsprechende Rechtsgrundlage für die Länder geschaffen wird, eine solche Verwaltungsstrafe einheben zu können“, erklärt der Vizebürgermeister abschließend.
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