Hürdensprinterin

Strametz: 52 Jahre alten Hallen-Rekord gelöscht!

Sport-Mix
17.01.2024 11:38
Porträt von Olaf Brockmann
Von Olaf Brockmann

Karin Strametz hat den ältesten österreichischen Hallen-Rekord in der Leichtathletik gelöscht. Die 25 Jahre alte Steirerin lief beim „National Indoor Cup“ in Wien die 50 m Hürden in ausgezeichneten 7,04 Sekunden und verbesserte damit den knapp 52 Jahre alten Rekord von Carmen Mähr-Pfanner, die am 11. März 1972 in Grenoble 7,15 Sekunden gelaufen war.

Auch wenn die 50 m Hürden nicht so häufig gelaufen werden, tut dies der Klassezeit von Karin Strametz keinen Abbruch! Denn 7,04 muss man wirklich erst einmal auf die Bahn zaubern. Carmen Mähr hatte ihren Rekord übrigens im zweiten Semifinale der Hallen-Europameisterschaften in Grenoble 1972 als Dritte in 7,15 erzielt. Im Finale wurde sie dann mit 7,40 Sechste.

Weltweit muss man in der „ewigen“ Bestenliste weit zurückgehen, dass man eine schnellere Zeit über 50 m Hürden der Frauen findet, als Karin Strametz jetzt in der GSG9-Hallen am Wienerberg gelaufen ist. Zuletzt war nur Lolo Jones (USA) 2012 mit 6,78 am 28. Jänner 2012 in New York schneller.

Auch über 60 m Hürden top
Ihre gute Frühform stellte Karin Strametz anschließend auch über 60 m Hürden unter Beweis. Da gewann sie in persönlicher Bestzeit von 8,12. Nur Beate Schrott (7,96) und Steffi Bendrat (8,02) waren aus dem Bereich des ÖLV jemals schneller als sie jetzt in Wien.

„Ich bin megahappy, hätte nicht gedacht, dass es gleich beim ersten Wettkampf so gut läuft. Jetzt freue ich mich schon auf die nächsten Rennen“, meinte Karin Strametz, die sich im Training schon sehr wohl gefühlt hatte. Damit hat sie die Folgen ihres Schlüsselbeinbruchs vom Vorjahr endgültig überwunden…

Leni Lindner begann ihre Hallen-Saison mit zwei zweiten Plätzen. Über 50 m lief sie 6,40, über 60 m mit 7,40 schon nahe an ihre Bestzeit von 7,36 heran. Siegerin wurde jeweils Christania Williams (JAM) mit 6,22 bzw. 7,29.

Enzo Diessl im Pech
Im Pech war leider Enzo Diessl, der vergangenen Samstag in Graz-Eggenberg mit 7,79 bei seinem ersten Wettkampf über die Männerhürden so großartig in die Hallen-Saison gestartet war. Der U20-Europameister musste wegen einer bakteriellen Infektion „schweren Herzens“ kurzfristig für Wien absagen. Aber sein Auftakt über die 60 m Hürden mit 7,87 (Vorlauf) und 7,79 (Finale) lässt viel für diesen Winter erhoffen. Mit seinen 7,79 ist er gleich auf den sechsten Platz der „ewigen“ österreichischen Bestenliste über 60 m Hürden gesprintet. Schneller ist aus dem ÖLV-Bereich zuletzt nur Elmar Lichtenegger (2005/7,54) gelaufen. Der Kärntner hält auch seit der Wiener Hallen-EM 2002 mit 7,44 den österreichischen Rekord.

Männer: 

50 m: 1. Grünbart (Ö) 6,03

60 m: 1. Margaryan (Ö) 6,97, 2. Grünbart 6,97

Frauen: 

50 m: 1. Williams (Jam) 6,33, 2. Lindner 6,40

60 m: 1. Williams 7,29, 2. Lindner 7,40

50 m Hürden: 1. Strametz 7,04 (ÖHR), 2. Plank 7,34

60 m Hürden: 1. Strametz 8,12, 2. Plank 8,53

Weit: 1. Grünwald 6,00

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