Wengen zählt zu den ganz großen Klassikern im Ski-Weltcup. Die längste Abfahrt der Welt ist jedes Jahr ein Spektakel. Die „Krone“ durfte sich bei der Besichtigung unter die Athleten und Trainer mischen und sich alles ganz genau anschauen (siehe Video oben). Eine Kolumne von Sportredakteur Michael Gratzer.
Hundschopf, Canadian Corner, Kernen-S oder Silberhornsprung. Die Abfahrt von Wengen hat für die Athleten wie auch für die Zuschauer vor dem Fernseher zahlreiche Schmankerln parat. Die „Krone“ durfte sich am Dienstag mit den Skiern selbst ein Bild von der Strecke machen, war am Vormittag bei der Besichtigung mittendrin statt nur dabei.
Beim Warten im Starthaus steht einem ob des eindrucksvollen Panoramas der Berglandschaft der Mund offen. Die Sonne strahlt einem entgegen. Fürs Staunen bleibt aber nicht viel Zeit, hinter mir wartet bereits ein gewisser Aleks Kilde. Den ich natürlich nicht warten lassen will. Ein letztes Stoßgebet nach oben.
Wie von göttlicher Hand werde ich sanft Richtung Piste geführt. Wunder ist es aber sicher keines gewesen, sondern vielmehr der Norweger, der meinen leicht schlotternden Knien den letzten „Impuls“ zum Start gegeben hat. Er dürfte die leichten Bedenken meinerseits gespürt haben und hat sie einfach weggeschubst.
Gemütlich geht es auf der längsten Abfahrt im Weltcup Stück für Stück Richtung Ziel. Rund 4500 Meter warten auf mich. Die Spannung ist groß, was mich auf der Strecke dann wirklich erwartet. Ob das Können als Hobbyfahrer dafür ausreicht, dort zu bestehen, wo die besten Skifahrer der Welt mit Geschwindigkeiten jenseits der 100 km/h runterbrettern. Bei einer kurzen Pause kann ich mich übrigens bei Kilde mit einem Lachen bedanken. Dieser grinst zurück: „Gern geschehen.“
Als „Wiedergutmachung“ erklärt er mir dafür einen Teil der Strecke fachmännisch. Spannend, das auf der Strecke von einem der Top-Fahrer zu hören. Wie er gewisse Passagen wahrnimmt, sich Lösungen für das Rennen überlegt, an der Linie tüftelt. Auch unseren österrechischen Herren lausche ich gespannt. Faszinierend, über wie viele und vor allem welche Kleinigkeiten da gesprochen wird. Dinge, die einem Normalsterblichen vor dem Fernseher wohl meist verborgen bleiben.
Je näher ich dem Ziel komme, desto sicherer fühle ich mich auf der Strecke. Ein kleiner Crash nach einem Verschneider im Mittelteil hält mich sicher nicht auf, ich komme heil im Ziel an. Reiße wie die Asse beim Rennen den Arm zum Jubel nach oben. Bestzeit ist es zwar mit Sicherheit keine geworden. Aber ein einmaliges Erlebnis und das Gefühl großen Stolzes, die Lauberhornabfahrt bezwungen zu haben!








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