Um noch besser zusammenzuarbeiten und dadurch noch schneller helfen zu können, wenn Menschen von Lawinen verschüttet wurden, trafen sich die Bergrettungen Antholz (Südtirol) und Defereggental zur grenzüberschreitenden Lawineneinsatzübung am Staller Sattel.
Zwei Tourengeher wurden am Mittwoch auf dem Staller Sattel unter einer Lawine begraben, die in weiterer Folge bis auf die Langlaufloipe abging und dort noch zwei Langläufer unter sich begrub, das war die Übungsannahme der grenzüberschreitenden Lawineneinsatzübung mit 39 Bergrettern, einer Bergretterin und vier Hundesuchtrupps. „Im Zuge der regelmäßigen Übungen mit den Nachbarortsstellen hat die Bergrettung Antholz am Mittwoch diese Übung mit uns am Staller Sattel organisiert“, berichtet Siegfried Kristler, Obmann der Bergrettung Defereggental.
Aufgrund der Anzahl der Verschütteten musste die Bergrettung Antholz die Nachbarortsstellen Olang und die Bergrettung Defereggental, die Feuerwehr Antholz sowie Teile der Hundestaffel Osttirol und der Hundestaffel Hochpustertal alarmieren. Nach einem Überflug mit der Drohne der BR Defereggental konnte sich die Einsatzleitung schnell ein Bild vom Ausmaß der Lawinen machen und die Mannschaften dementsprechend einteilen.
Erschwerend für die Suchmannschaften war der Umstand, dass die Langläufer natürlich nicht mit einem LVS Gerät ausgestattet waren und deshalb mit den Suchhunden bzw. von den Bergrettern mittels Sondieren gesucht werden mussten. Die beiden Tourengeher konnten bereits nach kurzer Zeit geortet und geborgen werden. Diese wurden vom San Trupp erstversorgt und mittels Akja abtransportiert. Wesentlich länger dauerte die Suche nach den zwei verschütteten Langläufern. Da konnten die Lawinensuchhunde die lebensrettende Hilfe leisten.
Die Verletzungsmuster der Verschütteten reichten von einer leichten Unterkühlung bis hin zur Wirbelsäulenverletzung mit neurologischen Ausfällen und starker Unterkühlung. Verletzungen, die im Ernstfall wahrscheinlich noch schlimmer ausgefallen wären. „Die gemeinsame Einsatzleitung - Antholz und Defereggental - hat sich sehr bewährt und somit konnten auch die funktechnischen Probleme weitgehend ausgeschaltet werden“, betont Kristler. Ziel dieser Übung war neben dem kameradschaftlichen Aspekt in erster Linie die Kommunikation unter den Nachbarortsstellen sowie die Zusammenarbeit der Suchmannschaften. Die Feuerwehr Antholz übernahm bei dieser Übung die Registrierung der Einsatzkräfte sowie den Materialtransport.
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