Stimmiges Darbietung

Jugendsinfonieorchester Dornbirn mit neuem Leiter

Vorarlberg
01.01.2024 19:30
Porträt von Anna Mika
Von Anna Mika

Es ist wohl eine Besonderheit im Ländle, dass die Konzerte zum Jahreswechsel von Jugendorchestern bestritten werden. Die jugendliche Energie ruft Freude beim Publikum hervor, und sicher sind auch die meisten jungen Musiker mit Begeisterung dabei. So auch beim traditionellen Konzert des Jugendsinfonieorchesters im Kulturhaus der Messestadt.

Der Gründer und langjährige Leiter des Dornbirner Jugendsinfonieorchesters, Guntram Simma, hat vor zehn Jahren den Dirigentenstab an den neuen Direktor der Dornbirner Musikschule, Ivo Warenitsch, weitergereicht. Dieser dirigierte den ersten Teil des Konzertes, und dann übergab er die Leitung an den jungen Matthias Seewald, der fortan dem Orchester vorstehen soll. 

Seewald, auch Posaunist, wusste zu überraschen und zu überzeugen. Mit hervorragender Schlagtechnik und eleganter Körpersprache erreichte er ein bei diesem Orchester bis dato kaum gehörtes Niveau an Präzision, an dynamischer Differenzierung und nobler Phrasierung. Zudem betätigte er sich als Arrangeur eines Stückes von Niccolò Paganini. Es waren Variationen über ein Thema von Rossini, das, und da sind wir bei einem weiteren Höhepunkt dieses gelungenen Konzerts, die siebzehnjährige Cellistin Anna Schrottenbaum spielte. Sicher im Auftreten, verfügt sie über eine erstaunlich ausgereifte Technik und Musikalität.

Künstler für den Frieden

Die weiteren Solisten des Konzertes, die alle im ersten Teil unter Ivo Warenitsch musizierten, waren Lehrer an der Dornbirner Musikschule. In einer „Reise rund ums Mittelmeer“ - so das Motto dieses Silvester- und Neujahrsprogrammes - spielte Aydin Balli auf der arabischen Oud als Solist mit dem Orchester ein bemerkenswertes Werk des Libanesen Marcel Khalife, 1950 geboren und von der UNESCO als „Künstler für den Frieden“ ausgezeichnet. Aydin Balli spielte auch die Bouzuki bei einer Orchestersuite nach „Alexis Sorbas“, das aufgrund der intensiven orchestralen Instrumentierung von Mikis Theodorakis nicht durchwegs begeisterte.

Weitere Zeichen des Friedens

Zeichen des Friedens war es auch, dass der Türke Balli ein griechisches Stück spielte, der griechische Geiger Aris Kapagiannidis das sehr schöne „Baresha“ des Montenegriners Rexho Mulliqi. Auch die Franzosen Jules Massenet und Jacques Offenbach lieferten Stationen auf dieser Reise: Und wie multikulturell Dornbirn ist und somit auch die Mitglieder des Orchesters sind, zeigten die Neujahrswünsche, die die jungen Musiker in ihrer jeweiligen Muttersprache aussprachen, und das mitten im Walzer von Johann Strauß mit dem Titel „Bei uns z’Haus“ - berührend! Zu danken ist den beiden Moderatoren für die gut vorgetragenen Informationen. Und schließlich durfte das Publikum im vollen Kulturhaus beim Radetzkymarsch mitklatschen.

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