26.04.2012 14:36 |

An FSME erkrankt

Neunjährige stirbt nach Zeckenbiss in Klagenfurt

Ein neunjähriges Mädchen ist im Klinikum Klagenfurt nach einem Zeckenbiss an Frühsommer-Meningoenzephalitis - besser bekannt unter dem Kürzel FSME - gestorben. Das Kind dürfte bereits vor gut zweieinhalb Wochen von der Zecke gebissen worden sein. Im Klinikum rang die Schülerin mehrere Tage mit dem Tod.

Die kleine Ortschaft Ledenitzen am Faaker See trägt Trauer. Und vor der Volksschule weht die schwarze Fahne. "Wir sind alle zu Tode betrübt", so die Schuldirektorin. Beim Spielen im Freien war Chiara W. vor gut zweieinhalb Wochen von einer Zecke gebissen worden.

Eltern hatten Gefahr sofort erkannt
"Ihre Eltern hatten sofort erkannt, dass mit ihrer Tochter etwas nicht stimmt, und haben sie ins Krankenhaus nach Villach gebracht. Mit Symptomen einer Hirnentzündung wurde sie kurz darauf zu uns überstellt", so Primar Wilhelm Kaulfersch, Vorstand der Kinder- und Jugendheilkunde am Klinikum Klagenfurt (siehe auch Interview in der Infobox).

"Trotz intensivmedizinischer Sofortmaßnahmen ist das Kind am Dienstag gestorben. Durch eine spezielle Rückenmarksflüssigkeits- und eine Blutuntersuchung konnte das virologische Institut in Wien dann feststellen, dass die Todesursache eine FSME-Hirnentzündung war." Die Neunjährige habe als kleines Kind nur eine Impfung erhalten, diese aber nicht gut vertragen. Deswegen habe man von weiteren Impfungen Abstand genommen, so Kaulfersch weiter. Die "notwendige Durchimpfung" sei damit nicht gegeben gewesen.

Der für die Ortschaft Ledenitzen zuständige Amtsarzt des Bezirks Villach, Dr. Karl Wedenig, bestätigte der "Krone" übrigens das heuer verstärkte Vorkommen von Zeckenbissen: "Ich hatte auch schon einen Fall, in welchem ein Kind gleich von drei Zecken gebissen worden war. In diesem Fall ist es aber Gott sei Dank zu keiner Infektion gekommen. Die meisten Kärntner sind ausreichend geimpft."

Vier Todesfälle im Jahr 2011
Schon vergangenes Jahr hatte es in Österreich einen massiven Anstieg bei den FSME-Erkrankungen gegeben. 2011 mussten 113 Menschen wegen FSME ins Spital, 2010 waren es im Vergleich lediglich 63 registrierte Erkrankungen gewesen. Im vergangenen Jahr gab es mit vier Todesfällen eine hohe Zahl von Opfern durch die "Zeckenkrankheit". Im Jahr 2010 war ein Patient gestorben.

"Die FSME-Saison des Jahres 2011 war schon allein deshalb bemerkenswert, weil die Zahl der Fälle - erstmals seit dem Jahr 1996 - wieder deutlich über der Hunderter-Marke lag", hatten Anfang 2012 die Wiener Virologen Franz X. Heinz und Heidemarie Holzmann erklärt. Die Tiefststände wurden in den Jahren 1999 und 2007 mit 41 bzw. 46 Fällen registriert.

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