Mehrt als 200 Handelsangestellte, Gewerkschafter und Unterstützer gingen am Samstag in Salzburg-Stadt und Zell/See auf die Straße. Ihr erklärtes Streikziel bleiben 9,4 Prozent mehr Gehalt. Derweil brummte im Europark und anderen Geschäften das Weihnachtsgeschäft.
Einkaufswägen stehen Schlange, Autos stauen sich auf dem Weg zu den letzten freien Parkplätzen – ein ganz normaler Adventsamstag im Salzburger Europark. Wäre da nicht der Streik vor der Tür des Einkaufszentrums. Die Gewerkschaft GPA hatte für den gestrigen Vormittag zum Protest aufgerufen. Etwa 180 Handelsangestellte, Gewerkschafter und Unterstützer marschierten um 10 Uhr vor dem Europark in Salzburg-Taxham auf. Drinnen brummte derweil schon das Weihnachtsgeschäft.
Einkaufen am Adventsamstag wurde nicht gestört
An vorderster Front des Streiks stand Michael Huber, Gewerkschaftschef und Arbeiterkammer-Vizepräsident. Eilig begrüßte er letzte Mitstreiter. Das gute Dutzend Frauen war wenige Minuten zuvor noch in Geschäften im Europark gestanden. Im Einkaufszentrum kam es nur in Einzelfällen zu Betriebsversammlungen vor dem Aufsperren. Für wenige Minuten kollidierten die mit den Öffnungszeiten. Der für Handelsunternehmen so wichtige zweite Adventsamstag wurde nicht gestört.
„Wir sind immer da. Auch wenn wir immer diejenigen sind, die am wenigsten bekommen“, sagte Alexandra Hartmann. Die Angestellte einer Drogeriekette marschierte im Protestzug vorne weg. Ihr Geschäft lief im Notbetrieb, aber es lief. „Für uns ist der Streik das letzte Mittel. Es geht einfach nicht mehr anders.“
Während der Streik vor dem Europark nur den Verkehr behinderte, lief es auch in Zell am See gesittet ab. Etwa 30 Personen demonstrierten auch hier für eineinhalb Stunden.
„Der Handel schaut wieder durch die Finger“
Die Vertreter der rund 430.000 Angestellten beharren auf dem Lohnplus von 9,4 Prozent. Nach fünf Verhandlungsrunden trennen Arbeitgeber und Arbeitnehmer noch 1,4 Prozent. „Der Unterschied mag bei einem niedrigen Gehalt nicht viel sein, aber genau das kann entscheidend sein“, sagt Gewerkschafter Huber.
Auch Lohnverhandler Michael Wörthner stößt in diese Richtung. „Von der Reinigungskraft bis zu den Lkw-Fahrern bekommen alle die Teuerung abgegolten. Nur der Handel schaut durch die Finger“. Huber rechnet noch vor Weihnachten mit dem Anruf, dass die Verhandlungen weitergehen, ja sogar auf eine Einigung. Andernfalls gebe es noch drastischere Mittel.
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