„Krone“-Kommentar

Wenn der Michel schwächelt

Kolumnen
07.12.2023 11:00

Unsere bundesdeutschen Nachbarn haben Probleme - und zwar mit dem lieben Geld. Das betrifft den Staatshaushalt für dieses Jahr und besonders den für das kommende, in dem ein Budget-Loch von satten 17 Milliarden Euro droht. Die großen Ökonomen prophezeien der stärksten Volkswirtschaft der EU für 2024 ein zweites Jahr der Rezession. Und böse Zungen sprechen bereits vom „kranken Mann an der Spree“.

EINERSEITS ist das wenig verwunderlich, bedenkt man, dass allein die Sozialleistungen von etwa 170 Milliarden Euro an die 40 Prozent des deutschen Staatshaushalts ausmachen. Rot-grüne Prestigeprojekte wie etwa das „Bürgergeld“, eine Art arbeitsloses Grundeinkommen für jedermann und Milliarden-Zahlungen in alle möglichen und unmöglichen EU-Projekte, insbesondere auch für die Waffenhilfe an die Ukraine, belasten den deutschen Staatshaushalt eben über Gebühr. Und das alles in Zeiten der Inflation.

ANDERERSEITS müssen gerade wir Österreicher uns deshalb Sorgen machen. Wenn unser wichtigster Handelspartner schwächelt, gibt es naturgemäß dramatisch weniger Nachfrage nach österreichischen Produkten. Und überhaupt ist es eine nicht zu widerlegende Tatsache, dass wir in Hinblick auf unsere Wirtschaftsentwicklung in hohem Maße von jener des deutschen Nachbarn abhängen. Wenn der deutsche Michel Schnupfen hat, droht uns also schon die Lungenentzündung.

Andreas Mölzer
Andreas Mölzer
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