Der Mut des Tiroler SPÖ-Chefs im Zusammenhang mit der Landesumweltanwaltschaft kommt beim obersten Seilbahner gut an. Selbigen erwartet er sich aber auch von dessen Regierungskollegen.
Die jüngste Positionierung von Tirols SP-Chef und 1. LH-Stellvertreter Georg Dornauer und dessen Kritik an der Tiroler Landesumweltanwaltschaft - die „Krone“ berichtete ausführlich - ist beim österreichischen Seilbahn-Branchenvertreter und gewichtigen ÖVP-Tourismussprecher im Nationalrat, Franz Hörl, erwartungsgemäß gut angekommen.
„Georg Dornauer hat die Fakten erkannt und sieht auch ein, dass unser Land Tirol ohne maßvolle Entwicklungschancen mittelfristig massiv verlieren wird. Ich teile seine Punkte, dass keine neuen Skigebiete erschlossen werden sollen. Das brauchen wir auch nicht“, sagt der Zillertaler im Vorfeld des Tiroler Seilbahntages in Innsbruck auf „Krone“-Nachfrage.
Tirol „bestes Beispiel für Miteinander von Natur und Wirtschaft“
Wenn es hingegen um Verbindungen und Abrundungen in bestehenden Tourismusregionen geht, unterstützt NR Hörl die Positionen Dornauers natürlich voll und ganz: „Es freut mich, dass unser sozialdemokratischer Koalitionspartner die Fakten an- und ausspricht. Sich permanent vor einer kleinen, aber umso lauteren Gruppe von Totalblockierern zu fürchten, bringt das Land nicht weiter. Wir wissen, dass Urlaub in Tirol - Sommer und Winter - einen sehr kleinen ökologischen Fußabdruck hat und dass wir weltweit führend sind. Dafür muss man sich nicht schämen. Im Gegenteil: Wir alle könnten stolz darauf sein. Ein Miteinander von Natur und Wirtschaft gibt es - Tirol ist das beste Beispiel dafür!“
Es braucht Mut, den Beamten und NGOs entschieden entgegen zu treten. Zum Wohle Tirols!
Franz Hörl
Zusammenschlüsse von Skigebieten vorteilhaft
Angesprochen auf die Projekte, die Hörl als notwendig und sinnvoll erachtet, meint der Zillertaler: „Es ist erwiesen, dass Zusammenschlüsse von bestehenden Skigebieten für alle beteiligten Regionen ausschließlich Vorteile bringen – und das bei minimalen Eingriffen in die Kultur- und Naturlandschaft. Wenn diese auch noch den regionalen Rückhalt haben, sehe ich keinen Grund, hier den Zurufen der Blockierer und Verhinderer zu folgen. Dies gilt für alle in den letzten Jahren diskutierten und teils auch schon versprochenen Projekte – und zwar vom Stubai über die Axamer Lizum bis rauf nach St. Anton.“ Es braucht laut Hörl manchmal mehr Mut: „Mut, den Beamten und NGOs entschieden entgegen zu treten. Zum Wohle Tirols!“
Mehr „Ecken und Kanten“ von Gerber wünschenswert
Angesprochen auf die Entwicklungen im Tiroler Wirtschaftsbund, wo ihm Wirtschaftslandesrat Mario Gerber ja die Obmannschaft streitig machen will, meint der erfahrene Politiker Hörl lapidar: „Mario Gerber ist ein sehr, sehr zielstrebiger und höchst motivierter junger Mann mit mannigfaltigen Ambitionen“. Dass sich die Tiroler Wirtschaft vom zuständigen Landesrat bisweilen mehr Ecken und Kanten bzw. klare Positionierung erwartet, daraus macht Hörl keinen Hehl.
Was die Beamtenschaft um den Herrn Hofrat Allinger da unbeaufsichtigt umgesetzt hat, ist ein Zeichen der Schwäche der Politik.
Franz Hörl
Verbesserungsbedarf bei Zukunftsprojekten
Apropos Positionierung: Wenn es um Zukunftsprojekte geht, ortet Hörl speziell im Ressort von Landesrat René Zumtobel deutlichen Verbesserungsbedarf: „Was die Beamtenschaft um den Herrn Hofrat Allinger da unbeaufsichtigt umgesetzt hat, ist ein Zeichen der Schwäche der Politik. Denn am Ende sollten Regierungsmitglieder ihre Beamten führen und nicht umgekehrt. Wenn nun der Herr Allinger bei einem vollen Rückkehrrecht zum Land an die Stadt Innsbruck verliehen wird, könnte sich im Ressort von Zumtobel der notwendige Freiraum auftun, damit der Herr Landesrat wieder selber die Zügel in die Hand nimmt“, sagt Hörl.
Er findet die Praxis, dass ein führender Landesbeamter an die Landeshauptstadt verliehen wird, als unverständliche Bevorzugung und absolut unüblich.
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