„Paparazzi“ heißt eine spannende Ausstellung im Wiener Fotomuseum WestLicht, die der schillernden Fotografenspezies vielfältig nachspürt
Vom alten Wiener Bühnentürl, wo die Theaterfans ihre Lieblinge knipsen, bis zum Wrack, in dem Lady Di starb, spannt sich der Paparazzi-Blick in die faszinierende Welt von Stars, Starlets und Verfolgern im WestLicht. Der Begriff „Paparazzo“ geht auf den gleichnamigen Fotografen in Federico Fellinis „Dolce Vita“-Film von 1960 zurück.
Eine Hochzeit der klassischen Paparazzifotografie, wie Bilder von Anita Ekberg zeigen, die, statt für Fellini lasziv im Trevibrunnen zu posieren, lieber zur Pfeil- und -Bogen-Atrappe greift, um Fotografen zu verjagen.
„Ein öffentlich gezeigtes Foto, gegen den Willen des Fotografierten gemacht - das zeichnet das klassische Paparazzi-Bild aus“, so Eröffnungsgast Kai Diekmann, der als Chefredakteur der „Bild“-Zeitung jahrelang entscheiden musste, ob solche Bilder veröffentlicht werden oder nicht. Die von Fabian Knierim kuratierte Ausstellung geht über Sensationslust deutlich hinaus, untersucht die Symbiose zwischen „Gejagten“ und „Jägern“, historisch und facettenreich. So gibt es auch bestellte „Abschüsse“, wie Diekmann berichtet. Oder inszenierte, wenn Helmut Newton sein Model zwischen Paparazzi posen lässt.
Ein Schwerpunkt gilt dem legendären Ron Galella, dem Marlon Brando einige Zähne ausschlug. Mit „Manni“ Sayn-Wittgenstein fehlt auch Österreichs „Paparazza“ nicht. Bleibt die Frage nach der Zukunft der lästigen, geliebten Paparazzi, wenn sich heute jeder auf Instagram und TikTok selbst inszenieren kann.
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