Einer aufmerksamen Hundeführerin verdankt ein dementer Senior, dass er eine stürmische und regnerische Nacht nicht im Freien verbringen musste. „Ich schaue auch immer am Hin- und Rückweg von Sucheinsätzen, ob ich die vermisste Person irgendwo entdecke“, erzählt sie im Gespräch mit der „Krone“.
Mit den Worten „Mich freut es eh nicht mehr“ fand eine Suchaktion im Großraum Traun ein glückliches Ende. Ein Großaufgebot an Einsatzkräften suchte von Donnerstagabend bis 1.45 Uhr früh nach einem 74-jährigen Bewohner des Pflegeheims Traun. Der Demente aus Haid kam von einem Spaziergang am Nachmittag nicht mehr zurück, ein Mitarbeiter schlug daraufhin Alarm. Da eine erste Suche erfolglos blieb, wurden um 20.45 Uhr Rettungshunde als Unterstützung angefordert.
Suche vorerst eingestellt
Nadine Aumayr, Landeseinsatzleiterin der Rettungshundebrigade, erzählt: „Wir haben mit unseren Stöberhunden die Traunauen durchkämmt, die Personenspürhunde des Roten Kreuzes suchten in der näheren Umgebung des Heims. Davor haben Polizisten die Umgebung bestreift, unterstützt von zwei Feuerwehren mit Drohnen.“ Doch der Mann blieb unauffindbar, die Suche wurde um 1.45 Uhr vorerst eingestellt.
Vermissten zufällig entdeckt
Gemeinsam mit ihrem Vater – der ebenfalls der Rettungshundebrigade angehört – war Aumayr in der stürmischen Nacht auf dem Heimweg, als sie im Bereich der Bundesstraße B1 im Vorbeifahren einen Mann am Straßenrand gehen sah. Obwohl er eine Kapuze übergezogen hatte, erkannte sie eine Ähnlichkeit mit dem Vermissten. Die beiden wendeten das Auto, um Nachschau zu halten. „Da war er aber schon wieder weg“, so die Hundeführerin. Also stieg sie aus, suchte mit einer Taschenlampe in der Dunkelheit weiter und entdeckte den Vermissten tatsächlich in einer Seitenstraße.
Senior wohlauf und Zuhause
„Ich habe ihn gefragt, ob er der Dieter ist und mitfahren will“, so Aumayr. „Mich freut es eh nicht mehr“, antwortete der demente und zuckerkranke Senior, der nach einer Untersuchung durch Sanitäter wohlbehalten seinem Sohn übergeben werden konnte. Ausschlafen war für die Ehrenamtliche nach dieser anstrengenden Nacht nicht drin: „Ich habe einen zweijährigen Sohn, da hieß es aufstehen, wie an jedem anderen Tag auch.“
Lesen Sie dazu auch den Kommentar von „Krone“-Redakteurin Andrea Kloimstein zum Thema:
Rund um die Uhr für uns im Einsatz
Man kann den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern nicht oft genug danken. Ohne dafür einen Cent zu bekommen, sind sie rund um die Uhr für uns im Dienst. Auch die Rettungshundeführerin erzählt, dass sie bei Suchaktionen immer schon am Hin- und Rückweg vom eigentlichen Einsatz nach den Vermissten Ausschau hält.
Da die meisten Feuerwehrleute, Hundeführer, Berg- und Wasserretter oder Sanitäter auch einen „Brotjob“ haben, können sie nach einer anstrengenden Nacht oft nicht ausschlafen, sondern müssen sich noch in ihren Berufen bewähren. Dafür Respekt und ein großes Dankeschön!
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