Ein im Flachgau lebender Portugiese beschimpfte laut Anklage zwei SPÖ-Wahlhelfer und wünschte sich die Rückkehr von Adolf Hitler. Vor Gericht sprach er aber von einem Missverständnis und seinen Erinnerungen an die portugiesische Diktatur.
Es war der 1. April. Der Angeklagte, ein seit 16 Jahren hier lebender und arbeitender Portugiese (53), ist an diesem Tag in seinem Flachgauer Stammlokal, um Dart zuspielen. Dabei beobachtet der Mann, wie zwei Wahlkampfhelfer der SPÖ auf der gegenüberliegenden Straße ein Wahlplakat aufhängen.
Genau dieses Plakat bringt den Angeklagten „völlig in Rage“, erzählt der Staatsanwalt den Geschworenen am Montag im Landesgericht: „Er schrie die beiden Wahlkampfhelfer an, beschimpfte sie und meinte, dass es ,besser wäre, wenn Hitler wieder da wäre‘“. Genau diese Äußerung ist für den Staatsanwalt Wiederbetätigung: „Weil er vor zwei Männern Hitler glorifiziert hat.“
Von einem Missverständnis spricht der Verteidiger: „Mein Mandant hat gemeint, dass ,Hitler hoffentlich nicht mehr wieder kommt’“. Das Plakat habe in ihm Erinnerungen an die bis 1974 bestehende portugiesische Diktatur geweckt, meint der 53-Jährige. Und Hitler? „Ich hasse ihn. Er hat viel Schlechtes gemacht.“ Die Richterin vertagte auf den 27. November.
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