Nachdem bei Steyr Automotive mit Ende September die Produktion für MAN ausgelaufen ist, steht nun auch wichtiges Zukunftsprojekt auf der Kippe: E-Lkw-Start-up Volta ist insolvent, das Zittern bei den Mitarbeitern groß. Für das Werk ein bitteres Deja-vu: Es steuerte wieder in eine Sackgasse.
Zuletzt hatte die Produktion wegen Lieferschwierigkeiten des letztlich in die Pleite geschlitterten Batterieherstellers gedrosselt werden müssen, jetzt steht hinter dem Auftrag, auf dem so viel Hoffnung ruhte, ein großes Fragezeichen: Volta Trucks muss Insolvenz anmelden!
„Viele Beschäftigte bei Steyr Automotive arbeiten an der Produktion der neuen Elektro-Lkw. Wir hoffen, dass es für diese Mitarbeiter eine Lösung geben wird, die ihre Arbeitsplätze langfristig absichert“, sagt Bürgermeister Markus Vogl.
Wie in derartigen Fällen üblich, muss auch die weitere Vorgehensweise des Insolvenzverwalters abgewartet werden, um die Situation in Folge genau bewerten zu können.
Florian Mayrhofer, Mitglied der Geschäftsführung von Steyr Automotive
Geldreserven aufgebraucht
Volta hatte in den letzten Wochen noch neue Mitarbeiter für sein Team in Steyr aufgenommen, Beschäftigten zuletzt an anderen Standorten Blicke hinter die Kulissen gewährt. Und auch wenn die Produktion stockte, glaubte man nicht, dass die Geldreserven bereits aufgebraucht waren. Die Schweden sprachen ja im April davon, dass bereits mehr als 360 Millionen Euro an Investorengelder aufgestellt worden sein.
Dank der E-Lkw-Produktion für Volta fanden etwa 100 der verbliebenen rund 1400 Steyr-Mitarbeiter Beschäftigung. Und jetzt? „Wir stehen in engem Austausch mit unserem Kunden Volta“, lässt Steyr Automotive wissen.
Zittern ist groß
In der Belegschaft ist das Zittern groß, nachdem erst vor wenigen Wochen 100 Zeitarbeitskräfte gehen mussten und 260 Mitarbeiter beim AMS-Frühwarnsystem zur Kündigung angemeldet wurden.
Wie das Unternehmen, das seit September 2021 im Besitz von Siegfried Wolf und dessen WSA GmbH steht, den Weg aus dieser Sackgasse finden will? Durch den Krieg zwischen Russland und Ukraine war ja bereits die ursprünglich geplante Zusammenarbeit mit dem russischen GAZ-Konzern geplatzt.
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