„Ermittlungen beendet“

Nordkorea übergab getürmten Soldaten an USA

Ausland
27.09.2023 16:19

Der vor mehr als zwei Monaten aus Südkorea nach Nordkorea geflohene US-Soldat Travis King befindet sich nicht mehr in der Gewalt des Regimes von Diktator Kim Jong Un. Nach Beendigung aller Untersuchungen sei der junge Mann des Landes verwiesen worden, hieß es aus Pjöngjang. Der 23-Jährige freue sich darauf, seine Familie wiederzusehen, sagten die US-Behördenvertreter. Es habe keine Abmachungen oder Zugeständnisse an Nordkorea gegeben, hieß es.

Laut der Presseagentur AP wurde King am Mittwoch den US-amerikanischen Behörden übergeben und befindet sich derzeit in China. Der US-Soldat habe gestanden, „dass er illegal in das Territorium der Volksrepublik eingedrungen ist“, verbreiteten Nordkoreas staatliche Medien. Gleichzeitig wiederholten sie die mutmaßlich von Travis getätigten Aussagen während seines Verhörs. Der Soldat habe sich über die „unmenschliche Behandlung und die rassistische Diskriminierung in der Armee“ beklagt und sei deshalb zum Grenzübertritt entschlossen. Wegen der „ungleichen amerikanischen Gesellschaft“ sei er desillusioniert gewesen.

Im Rahmen einer Besichtigungstour überschritt der Soldat diese militärische Demarkationslinie. (Bild: APA/AFP/Emmanuel DUNAND)
Im Rahmen einer Besichtigungstour überschritt der Soldat diese militärische Demarkationslinie.

Die Darstellung Nordkoreas zu den angeblichen Motiven des Mannes ließ sich nicht unabhängig überprüfen. Die USA hatten keinen direkten Zugang zu King. Die beiden Länder unterhalten keine diplomatischen Beziehungen. Nordkorea, das vor allem wegen seines Atomwaffenprogramms international weitgehend isoliert ist, wirft den USA seit Jahrzehnten eine feindselige Politik vor.

Travis King befand sich mehr als zwei Monate lang in nordkoreanischer Haft. (Bild: AP)
Travis King befand sich mehr als zwei Monate lang in nordkoreanischer Haft.

Nicht die erste Flucht eines US-Soldaten
Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums hätte der Soldat eigentlich nach Hause zurückkehren sollen. In Südkorea hatte er demnach wegen einer Straftat eine gewisse Zeit in einer Haftanstalt verbracht. Die USA haben in Südkorea 28.500 Soldaten stationiert. In den vergangenen Jahrzehnten überquerten mehrfach US-Amerikaner ohne Erlaubnis die stark befestigte Grenze zu Nordkorea. Dort wurden sie meist zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt und erst nach langen Verhandlungen wieder freigelassen.

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