Nach der historischen Team-Bronzemedaille bei der Springreit-EM im Ippodromo San Siro in Mailand blickt Max Kühner, der im Einzel auf Elektrik Blue P Siebenter war, auf die Titelkämpfe zurück. Wie in einem Club und im Stall gefeiert wurde, was Österreichs Reitsportszene braucht und welches private Glück er mit dem Olympia-Austragungsort Schloss Versailles verbindet.
Max Kühner blickt strahlend auf die Springreit-EM in Mailand zurück. Mit Bronze im Teambewerb, der erstmaligen Qualifikation für Olympia seit 1996 in Atlanta und Kühners siebenten Platz im Einzelbewerb hat Österreichs Springreit-Sport wieder seinen Platz in der absoluten Elite. Nächstes Jahr startet die rot-weiß-rote Equipe in Paris vor dem prächtigen Ambiente von Schloss Versailles. Kühner hat ganz besondere Erinnerungen an die berühmte Sehenswürdigkeit: „Dort hatte ich das erste Date mit meiner Frau Liv.“
Saftige Äpfel, Bananen und eine Massage
Die Dänin ist Dressurreiterin, Pferdeausbildnerin und Mutter seiner drei Töchter. Während das Team Bronze bei einem exzellenten italienischen Essen und danach in einem Club feierte, gab es übrigens auch bei den Pferden im Stall eine große „Party“. Max lächelte: „Mein Elektrik Blue P hat mit saftigen Äpfeln und Bananen seine Lieblingsspeise und eine Massageeinheit bekommen.“ Der gebürtige Bayer, der seit 2016 die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, hat ein ganz enges Verhältnis zu seinem Partner: „Wir vertrauen uns beide zu 100 Prozent. Ich bin mir ganz sicher, dass die Aufmerksamkeit bei der Medaillenzeremonie auch bei ihm Glücksgefühle ausgelöst hat.“
„Es war einfach unser Tag“
Zur ersten EM-Medaille für Österreichs Springreitsport meinte er: „Es war einfach unser Tag, es ist alles aufgegangen. Wir haben ein sehr gutes Team, das daraus eine Riesenmotivation für Olympia zieht. Paris ist im Vergleich zu den letzten Austragungsorten Tokio und Rio de Janeiro quasi vor der Haustür, was auch die Anreise für die Pferde wesentlich angenehmer macht.“
„Impuls für die gesamte Reitsportszene“
Abschließend meinte er: „Ich hoffe, dass dieser Erfolg einen Impuls für Österreich, für die Pferdebesitzer, für die gesamte Pferdesportszene gibt.“ Was diese für ein Potenzial hat, zeigten einst Hugo Simon und Thomas Frühmann. Kühner: „Derzeit fehlt uns die breite Basis. Wir haben zu wenig Pferde im Land, zu wenig Pferdebesitzer. Wir brauchen auch wieder mehr Veranstaltungen. Beim Fest der Pferde in Wien oder auch bei den Gastspielen der Global Champions Tour war immer sehr viel Publikum da, gab es viel Aufmerksamkeit. Das fehlt uns.“
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