Im Sittenpolizei-Gesetz heißt es, dass ein Bordell bewilligt werden kann, "wenn dies geeignet erscheint, durch gewerbsmäßige Unzucht hervorgerufene Störungen einzuschränken". Das wäre aber - so die Ansicht des Stadtrats - nicht der Fall. Eher wäre vom Gegenteil auszugehen, zeigte sich der Stadtrat bezüglich der mit Prostitution verbundenen Begleitkriminalität besorgt. Bürgermeister Richard Amann von der ÖVP zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden.
Im Vorfeld der Abstimmung hatten die einzelnen Parteien um ihre Positionierung zum Thema zum Teil regelrecht gerungen. Horst Obwegeser von der FPÖ etwa schlug eine Volksabstimmung vor. Am Ende befanden aber dennoch alle außer der Liste "Emsige und Grüne", dass die Nachteile gegenüber den Vorteilen - Steuereinnahmen inklusive - überwiegen würden. In von den Vorarlberger Medien eingefangenen Stimmungsbildern hatten sich die Hohenemser Bürger gegenüber einem Bordell allerdings durchaus aufgeschlossen gezeigt.
"Niederlage für eine moderne Gesellschaft"
Als einziger Bordell-Befürworter im Stadtrat fand Bernhard Amann von der Liste "Emsige und Grüne" deftige Worte für die Haltung seiner Kollegen. "Ich bin maßlos enttäuscht, dass man im 21. Jahrhundert so ein Projekt überhaupt in derartiger Weise noch diskutieren muss. Dieses Ergebnis ist eine Niederlage für eine moderne Gesellschaft", wurde Amann in den "Vorarlberger Nachrichten" zitiert.
Damit wird es in Vorarlberg weiterhin kein legales Bordell geben, womit auch die Prostitution - im Sittenpolizei-Gesetz "gewerbsmäßige Unzucht" genannt - verboten bleibt. Diese ist nämlich nur in einem Freudenhaus erlaubt. Schätzungen der Polizei zufolge gibt es in Vorarlberg allerdings 75 bis 100 Geheimbordelle.
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