'Geschichte gemacht'

Romney gewinnt zweite US-Vorwahl in New Hampshire

Ausland
11.01.2012 10:14
Zweite Vorwahl, zweiter Sieg: Der Republikaner Mitt Romney hat im US-Staat New Hampshire am Dienstag mit großer Mehrheit gewonnen und ist damit auf dem Weg zur Präsidentschaftskandidatur gegen Barack Obama ein gutes Stück vorangekommen.

Nach Angaben der "Washington Post" erhielt Romney nach Auszählung von 95 Prozent der Wahlzettel 39,4 Prozent der Stimmen. Der Kongressabgeordnete Ron Paul kam mit rund 23 Prozent auf den zweiten Platz. Jon Huntsman, der Ex-Gouverneur von Utah und frühere Botschafter in Peking, landete mit knapp 17 Prozent auf Rang drei.

"Das ist die Nacht, in der wir Geschichte gemacht haben", rief ein demonstrativ triumphierender Romney seinen Anhängern in Manchester, New Hampshire zu. Bei den Präsidentenwahlen im November "geht es um die Seele Amerikas", sagte der frühere Gouverneur aus Massachusetts. Er bezeichnete Obama als einen gescheiterten Präsidenten. "Wir werden jetzt noch ein paar Bundesstaaten mitnehmen und dann Kandidat werden und Barack Obama besiegen."

Newt Gingrich, der frühere Präsident des Abgeordnetenhauses, blieb knapp unter zehn Prozent der Stimmen. Für den strikt Konservativen und stark religiös orientierten Rick Santorum votierten in dem kleinen US-Staat - mit rund 1,3 Millionen Einwohnern - ebenfalls knapp zehn Prozent. Dagegen landete Rick Perry, Gouverneur von Texas, mit 0,7 Prozent abgeschlagen auf dem letzten Platz.

Romney punktet bei Besserverdienern
Romney konnte in New Hampshire offenbar vor allem bei den Besserverdienern punkten. Laut einem am Mittwoch vom Sender MSNBC veröffentlichten Exit Poll erhielt der Ex-Gouverneur von Massachusetts rund 51 Prozent der Stimmen von Wählern, die mehr als 200.000 US-Dollar (156.152 Euro) im Jahr verdienen, allerdings nur rund 31 Prozent der Voten jener, die unter 30.000 Dollar (23.423 Euro) verdienen.

Romney hatte bereits die erste Vorwahl vor einer Woche in Iowa gewonnen, allerdings nur hauchdünn vor Santorum. Er hat laut Umfragen gute Chancen, auch bei den nächsten Jänner-Vorwahlen in South Carolina (21. Jänner) und in Florida (31. Jänner) als Sieger durchs Ziel zu gehen.

Zwar stehen noch 48 weitere Vorwahlen an. Die Präsidentenwahlen sind am 6. November. Experten schließen aber nicht aus, dass Romney bereits Ende des Monats praktisch als Herausforderer von Präsident Barack Obama feststeht. Einer jüngsten Umfrage zufolge würden sich derzeit 48 Prozent der Wähler für Obama und 43 Prozent für Romney entscheiden. Der Multimillionär Romney, der viele Jahre lang in der Finanzwirtschaft tätig war, gilt wegen seiner Wirtschaftskompetenz als aussichtsreicher Gegner Obamas.

Nicht konservativ genug für Basis-Christen
Romney ist in seiner Partei aber nicht unumstritten. Vielen Anhängern der Republikaner ist der ehemalige Gouverneur des Staates Massachusetts nicht konservativ genug. Vor allem die streng religiösen Christen an der Basis lehnen den Mormonen ab. Allerdings gilt er wegen seiner Erfahrung als Unternehmer als aussichtsreichster Kandidat in einem direkten Duell mit Obama, da die Wirtschaftskrise den Wahlkampf dominieren dürfte.

Romneys republikanische Konkurrenten machten klar, dass sie noch nicht das Handtuch werfen wollen. "Es kommt nicht infrage, die Dynamik, mit der wir begonnen haben, jetzt abzubrechen", sagte Paul, ein libertärer Kandidat, der für einen weitgehenden Rückzug des Staates eintritt. Man bleibe Romney auf den Fersen. Paul forderte den sofortigen Rückzug der US-Truppen aus anderen Ländern. Die USA könnten es sich nicht mehr leisten, "Weltpolizist" zu sein.

Auch Huntsman machte klar, dass er weitermachen werde. "Der dritte Platz ist ein Ticket, mit dem man weiterfahren kann", sagte er. Er werde bei der nächsten Abstimmung am 21. Jänner in South Carolina antreten.

Newt Gingrich, der frühere Präsident des Abgeordnetenhauses, kam den Angaben nach lediglich auf zehn Prozent der Stimmen. Auch der strikt Konservative Rick Santorum, der vor einer Woche in Iowa noch Zweiter geworden war, erreichte nur zehn Prozent. Rick Perry, Gouverneur von Texas, landete mit einem Prozent abgeschlagen auf dem letzten Platz.

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