Lenzing-Chef besorgt

Hohe Energiepreise sorgen für toxische Situation

Oberösterreich
03.08.2023 11:20

Nach sechs Monaten weiter in der Verlustzone, tiefrote Zahlen, enormer Kostendruck: All das bringt die Lenzing AG enorm unter Druck. Mit einer Kapitalerhöhung und der Verlängerung von Kreditlaufzeiten verschaffte sich der Fasererzeuger Luft. Doch die Situation ist toxisch, sagt Vorstandschef Stephan Sielaff.

Wie hat sich die Situation im Werk in Heiligenkreuz/Burgenland seit dem Auslaufen der Kurzarbeit entwickelt? Wer Stephan Sielaff das fragt, bekommt eine kurze, ausweichende Antwort. Zu einzelnen Standorten werde keine Auskunft gegeben, heißt es dann vom Vorstandschef der Lenzing AG, die nach dem ersten Halbjahr 2023 weiter in der Verlustzone ist.

Das Periodenergebnis von minus 65,8 Millionen Euro nach den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres zeigt, wie schwierig die Situation für den Fasererzeuger ist. Die gebremste Kauflust nach Textilien in Kombination mit den gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten schlägt voll zu.

400 Mitarbeiter abgebaut
„Wir hoffen, dass wir das Schwierigste hinter uns haben“, sagt Sielaff. Weltweit hatten im Vorjahr 400 Mitarbeiter gehen müssen, davon 100 in Österreich. „Kann ich ausschließen, dass es einen weiteren Personalabbau gibt? Nein, kann ich nicht“, so Sielaff. Durch eine Kapitalerhöhung sammelte der Fasererzeuger zuletzt 392 Millionen Euro ein, Kreditlaufzeiten wurden verlängert. „Lenzing ist solide finanziert bis Ende 2025“, betont Finanz-Vorstand Nico Reiner.

Mutmacher? Da erwähnt Sielaff die Marke Neutrogena, für die unter anderem heimkompostierbare Abschminktücher hergestellt werden. Bei der Premiere des Barbie-Films in London trug Schauspielerin Nicola Coughlan ein Kleid aus Tencel, der Holz-Faser von Lenzing. Das Bling-Bling lenkt nur kurz von den Schwierigkeiten ab. Denn: Vor allem die Entwicklung der Energiepreise wird zum immer größeren Problem.

„In Österreich und in Europa sind die besorgniserregend - wir werden einen chronischen Standortnachteil haben“, so der Lenzing-Chef und spricht von einer „toxischen Situation“. „Wir werden mit der Politik nach Lösungen suchen und diese finden, wir werden alles tun, um den Standort zu sichern.“

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