GUTEN MORGEN

Wut, Unverständnis, Wehmut | VdB-Vertrauen

Wut, Unverständnis, Wehmut - es sind viele Gefühle, von denen die Mitarbeiter des einst stolzen Möbelhaus-Konzernes kika/Leiner derzeit geplagt werden. Denn mindestens 1300 von ihnen werden den Job verlieren - wenn die Kette überhaupt weitergeführt wird. „Krone“-Reporterin Martina Prewein hat mit einigen Mitarbeitern und ihren Familien gesprochen. Und musste sich manches anhören. Das Werk der Gründer sei zunichtegemacht, das Schicksal der Menschen, die zum Teil schon seit Jahrzehnten in dem Konzern arbeiten, sei den handelnden Personen offenkundig egal - und so stünden alleinerziehende Mütter und Familienväter, die Kredite abzuzahlen haben, nun von Existenzängsten geplagt auf der Straße. Und vor allem ohne ernsthafte Perspektiven auf gleichwertige Jobs. Die allgemeine Wut unter den kika/Leiner-Opfern beschreibt ein Haustischler in einem der Möbelhäuser in Oberösterreich stellvertretend: „Ich verachte diesen Immobilienspekulanten.“ Was er gerne erfahren möchte: „Wo blieben die immensen Gewinne, die wir in der Pandemie verzeichnet haben? Als sich so viele Menschen wie nie zuvor bei uns neu einrichteten und wir Rekord-Umsätze machten.“ Ja, das möchten nicht nur die bald arbeitslosen kika/Leiner-Beschäftigten wissen.

Das VdB-Vertrauen. Die Kritik an Bundespräsident Alexander Van der Bellen wird immer beißender - dieser Eindruck verdichtete sich in den vergangenen Monaten. Wenn die Österreicher also unzufriedener mit dem Herrn in der Hofburg werden: Dann müsste sich das auch im alle paar Monate erstellten Vertrauensindex von APA/OGM niederschlagen. Gestern wurde der neueste veröffentlicht. Und siehe da: Das VdB-Vertrauen ist stabil, der Präsident steht einsam an der Spitze, mit einem Positivsaldo von 22 Prozent aus den Fragestellungen „Habe Vertrauen zu…“ und „Habe kein Vertrauen zu…“. Mit Respektabstand folgen die auch von vielen Seiten heftig kritisierte Justizministerin Alma Zadić (Grüne) und als bestplatzierte Sozialdemokratin Parlaments-Vizepräsidentin Doris Bures. Das war es dann auch schon mit Politikern, zu denen eine Mehrheit mehr Vertrauen als Misstrauen hat. Der neue SPÖ-Chef Andreas Babler startet mit einem Negativwert von minus 14, nur knapp besser als zuletzt seine Vorgängerin Pamela Rendi-Wagner, aber besser als Kanzler Karl Nehammer (minus 22) oder Vizekanzler Werner Kogler (minus 18). Während aber die meisten der abgefragten Personen leichte Zuwächse beim Vertrauen erreichen konnten, stürzte die ohnehin schon zuvor schlecht platzierte Familien- und Medienministerin Susanne Raab weiter ab: Sie verlor 5 Prozentpunkte, landet jetzt auf minus 28. Am Ende der Hitparade platziert sich neuerlich ÖVP-Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka mit minus 51. Damit liegt er noch hinter FPÖ-Chef Herbert Kickl (minus 43). Aber letzterer möchte ja im Gegensatz zu Sobotka Kanzler werden. Ob das mit solchen Werten möglich wäre?

Kommen Sie gut durch den Samstag!

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