Bayer-Spieler toben:

Roma? „Wahnsinn! Das war wirklich eine Frechheit!“

Fußball International
19.05.2023 12:42
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Für Jose Mourinho ist der Aufstieg zum alleinigen Europacup-Sieg-Rekordtrainer nur eine Hürde entfernt. Der Portugiese schaffte am Donnerstag mit der AS Roma dank einem 0:0 gegen Leverkusen den Sprung ins Finale der Europa League und peilt seinen sechsten Titel auf europäischer Fußball-Klubebene an. Bei den Leverkusenern ist der Ärger indes riesig.

Die Aufgabe für die Roma wird schwierig, wartet mit dem FC Sevilla doch der Rekordsieger der Europa League. Inklusive Vorgängerbewerb UEFA-Cup hoffen die Spanier auf ihren siebenten Triumph.

Nächstes Level
„Bei mir herrscht eine immense Freude, wieder in einem Finale zu stehen“, sagte Mourinho. Er holte mit den Römern vergangene Saison den Titel in der „drittklassigen“ Europa Conference League und will am 31. Mai in Budapest einen weiteren eine Stufe höher nachlegen. Dort war er auch schon 2017 mit Manchester United erfolgreich gewesen. „Es geht mir nicht darum, meinen Platz in den Geschichtsbüchern des Klubs zu unterstreichen, sondern darum, den Spielern zu helfen zu wachsen und wichtige Sachen zu erreichen. Sie verdienen sich etwas ganz Spezielles“, betonte der 60-Jährige.

Zudem würde er den Pokal auch gerne für die Fans holen. „Sie haben mir vom ersten Tag an so viel gegeben.“ Eine leichte Aufgabe wartet sicher nicht, auch wenn Sevilla in der Liga als Zehnter den Erwartungen hinterherhinkt. „Sevilla hat so viel Erfahrung, da wird es sehr schwierig für uns“, vermutete Mourinho. In Leverkusen reichte nach dem 1:0-Sieg im Heim-Hinspiel ein torloses Remis, die Defensive war einmal mehr großer Trumpf.

„Die Jungs haben alles gegeben, das Spiel ist das Resultat harter Arbeit, von Erfahrung und taktischer Finesse. Es ist ein unglaubliches Team“, verlautete Mourinho. Die Spieler gaben das Lob an ihren Trainer zurück. „Er ist anders, kann dir die Wichtigkeit des Spiels unheimlich gut vermitteln. Und jeder Spieler hat genau gewusst, was zu tun ist“, sagte Kapitän Lorenzo Pellegrini. Der Startrainer habe zudem die Persönlichkeit jedes einzelnen Kickers gestärkt.

„Mourinho-Style par excellence“
ServusTV-Experte und Ex-ÖFB-Teamspieler Sebastian Prödl sprach von einem „Mourinho-Style par excellence“. Die Partie sei aus taktischer Sicht großartig anzusehen gewesen, die Römer hätten ein Zweikampfverhalten wie Gladiatoren an den Tag gelegt. Die unterlegenen Deutschen wollten von solchen Lobeshymnen nichts wissen. Laut Nadiem Amiri seien die Römer eine Mannschaft, die mit Fußball nichts zu tun hat. „Was die gespielt haben und auch schon in Rom, das war wirklich eine Frechheit. Bei jeder Aktion fallen sie hin, jeden Ball schießen die lang. Das ist kein Fußball. Dass so eine Mannschaft im Finale ist, ist Wahnsinn“, ärgerte sich der Mittelfeldspieler.

Der vergebenen Chance trauerte auch Xabi Alonso nach. „Wir waren in beiden Spielen nicht schlechter. Vielleicht einmal zehn Minuten zwischendurch. Wir hatten viele Chancen und hätten das Ticket für das Finale verdient gehabt. Aber ich will nicht weinen“, meinte der Spanier. Die Roma hatte einen nennenswerten Angriff, machte sonst erfolgreich hinten dicht. 23 Schüsse von Leverkusen führten nicht zum Erfolg.

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Bei jeder Aktion fallen sie hin, jeden Ball schießen die lang. Das ist kein Fußball. Dass so eine Mannschaft im Finale ist, ist Wahnsinn!

Nadiem Amiri

Italien in allen drei Endspielen
Auch deshalb steht die italienische Serie A in dieser Saison absolut im europäischen Rampenlicht. In der Champions League kämpft Inter Mailand um die Trophäe, in der Europa League die Roma und in der Conference League ist es Fiorentina. Erst zum fünften Mal sind italienische Klubs in allen drei Europacup-Finalspielen einer Saison vertreten. Nur 1990 gab es danach ein positives Ende für alle drei Vertreter, 1989, 1993 und 1994 konnten immerhin zwei von drei Duellen gewonnen werden.

Sevilla will dem Zwischenrunden-Play-off-Bezwinger von Red Bull Salzburg einen Strich durch die Rechnung machen und die eigene Erfolgsgeschichte weiterschreiben. Dass das überhaupt noch möglich ist, hatten die Spanier Erik Lamela zu verdanken, der in der Verlängerung gegen Juventus Turin mit dem Kopfballtreffer zum 2:1 im Estadio Ramon Sanchez Pizjuan zum Matchwinner avancierte. „Einfach Wahnsinn, unglaublich, wir genießen den Moment“, sagte Sevilla-Kapitän Jesus Navas.

Nach harten Monaten habe sein Team Courage gezeigt. Bitter ist, dass Linksverteidiger Marcos Acuna nach seinem späten Ausschluss im Endspiel gesperrt fehlen wird.

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