29.10.2011 10:00 |

Ex-Kulturminister

Michael D. Higgins wird neuer Präsident Irlands

Der Labour-Politiker Michael D. Higgins wird der neunte Präsident der Republik Irland. Nach Angaben der Wahlkommission in Dublin erhielt Higgins 39,6 Prozent der Stimmen und setzte sich damit klar gegen seine Mitbewerber Sean Gallagher und Martin McGuinness durch.
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Der zweitplatzierte Gallagher (28,5 Prozent) gratulierte Higgins telefonisch. In einer später in Dublin verbreiteten Erklärung sagte er Higgins seine "volle Unterstützung" zu, berichtete die BBC. "Er hat immer gesagt, dass er ein Präsident sein wolle, auf den man stolz sein könne, und ich glaube, dass er auch so ein Präsident wird."

Der unabhängige Bewerber David Norris, einer der sechs Gegenkandidaten von Higgins, gratulierte dem 70 Jahre alten früheren Kulturminister zum Sieg. Auch der irische Außenminister Eamon Gilmore und dessen Vorgänger Micheal Martin sprachen Higgins ihre Glückwünsche aus. "Er wird ein exzellenter Präsident und Botschafter für Irland sein", sagte Martin.

Wahlbeteiligung bei 56 Prozent
Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 56 Prozent und damit deutlich unter der bei den Parlamentswahlen im März, als 70 Prozent der Iren ihre Stimme abgegeben hatten. Higgins kündigte an, er werde sich dafür einsetzen, dass sich das Wertesystem in Irland wieder verschieben und die Frage nach Geld und Reichtum wieder weniger wichtig werde. Viele Menschen in Irland hätten zuletzt andere nach deren Wohlstand beurteilt. Vor allem die Arbeitslosigkeit und die Kreditsorgen der Menschen müssten in Angriff genommen werden.

Der Soziologe Higgins soll am 11. November für eine Amtszeit von sieben Jahren vereidigt werden. Der irische Präsident hat vor allem repräsentative Aufgaben und soll eine moralische Instanz sein. Außerdem ernennt er den Premierminister oder löst das Parlament vor Neuwahlen auf.

Will parteiunabhängig werden
Higgins kündigte an, für die Zeit als Präsident die Labour-Partei zu verlassen, um unabhängig das irische Volk zu vertreten. Außerdem will er sich wie seine Amtsvorgängerin Mary McAleese für den Friedensprozess mit Nordirland einsetzen. Die Nordirin McAleese war 14 Jahre lang Präsidentin und durfte nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten.

Unter den insgesamt sieben Bewerbern war mit Martin McGuinness auch ein ehemaliges Führungsmitglied der Untergrundorganisation IRA. Er wurde von der Sinn-Fein-Partei aufgestellt und landete auf dem dritten Platz. Auch er sprach Higgins seine Glückwünsche aus. Dieser sei ein Mann "mit einem großen Herzen" und werde sicher "einer der besten Präsidenten" Irlands werden, so McGuinness.

Gratulationen kamen auch aus Nordirland. "Ich freue mich auf eine enge Zusammenarbeit mit Higgins und finde es sehr wichtig, dass starke Nord-Süd-Verbindungen bestehen", sagte der im nordirischen Regionalparlament für die Justiz zuständige David Ford.

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