Samstagsspiele

Rapid besiegt Sturm 3:2, Admira und Salzburg nur Remis

Fußball
29.10.2011 20:23
Rapid kann doch noch gewinnen. Am Samstag besiegte die Truppe von Peter Schöttel in der 13. Bundesliga-Runde Meister Sturm Graz im Hanappi-Stadion mit 3:2. Die Hütteldorfer gaben die 3:0-Führung durch Trimmel (54.) und Nuhiu (72., 74.) aber beinahe noch aus der Hand: Bodul (77., 84.) brachte die Gäste noch gefährlich nahe heran. Leader Admira kam beim SV Mattersburg über ein 0:0 nicht hinaus. Innsbruck besiegte Wiener Neustadt 2:0. Salzburg musste sich daheim gegen Ried mit einem 1:1 begnügen - für die Bullen die fünfte sieglose Partie in Serie.

Rapid - Sturm 3:2
Beide Teams standen vor der Partie unter Druck, gingen aber personell stark geschwächt in die Partie. Bei den Hütteldorfern musste Kapitän Hofmann mit Knieproblemen passen, aufseiten der Grazer fehlte nicht nur der gesperrte Dudic, sondern mit Weber und Säumel das gesamte Mittelfeld-Zentrum. Da auch die Ersatzspieler Koch und Sandro Foda noch kein Thema sind, durften sich erstmals Standfest und der junge Kainz auf ungewohnter Position im Zentrum versuchen. Immerhin meldete sich der an Oberschenkelproblemen leidende Ersatzgoalie Cavlina rechtzeitig fit und verhinderte so das Bundesligadebüt von Schachner.

Einige Rapid-Fans hatten schon vor der Partie mit "Vorstand Raus"-Sprechchören ihren Unmut über die aktuelle Negativphase bei den Hütteldorfern kundgetan. Dieser wurde auch mittels Transparenten in Richtung Vorstand ("Rapid ist kein Verein mit Fans. Wir sind Fans mit einem Verein und jetzt reden wir!") und Spieler verdeutlicht. Die nötige Unterstützung von den Rängen bekamen die Wiener aber trotzdem und sie waren in der ersten Hälfte auch klar feldüberlegen. Die Grazer standen sehr tief, waren nur auf Abwarten bedacht und hatten Glück, nicht schnell in Rückstand zu geraten.

Ein Trimmel-Volleyschuss ging hauchdünn am Tor vorbei (21.), Cavlina hielt einen Drazan-Schuss im Nachfassen (23.) und konnte sich bei einem Gartler-Abschluss mit einer Glanzparade auszeichnen (25.). Gleich darauf brachte der für Salihi an vorderster Front aufgebotene Gartler den Ball nach einer Burgstaller-Ecke und missglückten Cavlina-Abwehr nicht im gegnerischen Tor unter (26.). Rapid drückte, die fehlende Effizienz verhinderte aber weiterhin die Führung, Burgstaller (34.) und Katzer (43.) ließen ihre Chancen ungenützt, zudem wurde ein Abseitstor von Drazan zurecht wegen Abseits aberkannt (44.).

Nach dem Seitenwechsel hatten die Rapidler vorerst auch etwas Glück: Trimmel setzte sich gegen Popchadse und Hölzl durch und traf mit einem Linksschuss ins Eck (55.). Bitter für die Grazer war, dass der Ball von Gartler, der in abseitsverdächtiger Position stand, noch leicht abgefälscht wurde. Danach mussten die Grazer ihre reine Defensivtaktik verwerfen, mehr für das Spiel machen, waren aber im Spiel nach vorne quasi nicht vorhanden.

So war es auch kein Wunder, dass die überlegenen Rapidler vermeintlich den Sack zumachten. Nach einer Drazan-Flanke nahm sich der kurz zuvor eingewechselte Nuhiu den Ball schön mit der Brust herunter und vollendete ins kurze Eck (72.), drei Minuten später traf der Stürmer nach neuerlicher Drazan-Vorarbeit per Kopf (74.).

Aus dem Nichts kamen die zuvor völlig harmlosen Steirer, die am Mittwoch die Admira im Cup ausgeschaltet hatten, noch einmal zurück ins Spiel. Bodul traf nach Bukva-Vorarbeit mit dem ersten Sturm-Schuss aufs Rapid-Tor ins lange Eck (77.) und via Weitschuss aus 25 Metern genau ins Kreuzeck (84.). Bei einem Freistoß des Doppeltorschützen, der nun schon bei sechs Saisontreffern hält und ex aequo an der Spitze der Torschützenliste steht, verhinderte Rapid-Goalie Payer den Ausgleich (87.).

Mattersburg - Admira 0:0
Leader Admira hat auch sein zwölftes Bundesliga-Spiel in Folge ungeschlagen absolviert. Beim 0:0 im Pappelstadion beim Vorletzten Mattersburg waren die Niederösterreicher in der zweiten Hälfte aber einige Male nahe an einem Gegentor, nachdem Benjamin Sulimani in der 48. Minute vom Schweizer Referee Kefer wegen Tätlichkeit vorzeitig vom Platz geschickt worden war. Die Admira hat vor dem Sonntag-Spiel der Austria in Kapfenberg fünf Punkte Vorsprung auf die Wienner.

Vor der Pause wurde den 4.200 Zuschauern im Burgenland nicht viel geboten. Drei Schüsse der Gäste in Richtung Tor stand nur einer Chance der Mattersburger gegenüber, die meiste Zeit wurde Kampf und Krampf im Mittelfeld geboten. Nennenswert sind ein Volley-Schuss des Admiraners Emil Sulimani links am Tor vorbei und auf der Gegenseite eine Gelbe Karte für den Mattersburger Höller nach einer Schwalbe. In einer schwachen Partie war die Admira vor Seitenwechsel etwas spielbestimmender.

Nachdem jedoch Benjamin Sulimani wegen Nachschlagen gegen Malic vom Platz gegangen war, nutzten die Burgenländer die freien Räume. Vor allem Patrick Bürger setzte im Angriff der Heimischen Akzente. In der 60. Minute landete ein Kopfball von ihm nach Höller-Flanke über dem Tor, bei einem weiteren Kopfball des Stürmers nach Spuller-Hereingabe rettete Admira-Goalie Tischler mit den Fingerspitzen.

Die größte Chance bot sich Bürger in der 86. Minute, als er nach einem Plassnegger-Fehler alleine vor Tischler auftauchte, aber sowohl über den Goalie als auch über das Tor schupfte. Mit dem ersten Saison-Heimsieg der Mattersburger wurde es jedoch nichts, die Admira rettete den Punkt über die Zeit. Der offensiv harmlose Tabellenführer verlor sogar einen zweiten Spieler vorzeitig, denn der eingewechselte Toth wurde in der 92. Minute wegen Wegschießen des Balls ebenfalls ausgeschlossen.

Innsbruck - Wiener Neustadt 2:0
Wacker Innsbruck feierte den zweiten Heimsieg in der laufenden Bundesliga-Saison. Die Tiroler setzten sich in einem lange Zeit schwachen Match gegen Wiener Neustadt 2:0 durch und verdrängten damit die Niederösterreicher vom siebenten Tabellenplatz.

Der Slowene Miran Burgic markierte vor 5.322 Zuschauern in der 54. Minute das 1:0, der eingewechselte Muhammed Ildiz sorgte bei seinem Comeback mit einem herrlichen Treffer für den Endstand (83.).

Salzburg - Ried 1:1
Salzburg-Trainer Ricardo Moniz spannte im Sturm erstmals Maierhofer und Roman Wallner zusammen. Diese Maßnahme brachte vor den Augen von Teamchef Marcel Koller rasch den gewünschten Erfolg. Nach Hereingabe von Wallner von der rechten Seite hob Maierhofer ab und beförderte den Ball im Fliegen mit der Fußspitze aus kurzer Distanz zum 1:0 ins Tor (3.).

Maierhofer strahlte damit von Beginn an jene Gefahr und jenes Selbstvertrauen aus, das Moniz in den vergangenen Wochen bei seiner Truppe vermisst hatte. Bereits am vergangenen Mittwoch im Cup hatte Maierhofer mit seinem Tor zum 2:1 gegen den LASK seine Mannschaft erlöst.

Wenig später war Wallner auf dem besten Weg zur frühen Vorentscheidung, wurde jedoch im letzten Moment von Thomas Reifeltshammer gestoppt (7.). Bereits nach 21 Minuten wurde das neue Sturmduo Wallner/Maierhofer aber wieder gesprengt, Wallner musste wegen einer Zerrung im rechten Sprunggelenk durch Georg Teigl ersetzt werden.

Die Rieder fanden schön langsam ins Spiel und übernahmen das Kommando. Ein Kopfball von Casanova klatschte an die Latte (20.), bei einer Attacke von Ibrahim Sekagya an Ivan Carril im Strafraum blieb die Pfeife von Schiedsrichter Rene Eisner stumm (25.).

Salzburg beschränkte sich zumeist aufs Reagieren und Verwalten der knappen Führung, lediglich ein Teigl-Volley sorgte vor der Pause noch für Gefahr (40.). Sekunden später verschätzte sich Jantscher bei einem Tackling gegen Anel Hadzic und erwischte den Rieder ohne Chance auf den Ball. Eisner zog - wohl etwas überzogen - Rot und schickte den bis dahin völlig farblos gebliebenen Jantscher in die Kabine (41.).

Dort musste nach Wallner und Jantscher in der Pause auch Franz Schiemer bleiben: Der ÖFB-Teamspieler zog sich eine Zerrung im linken Oberschenkel zu. Mit einem Mann mehr hatte Ried weiter mehr vom Spiel und kam auch zum Ausgleich. Nach Eckball des von Salzburg an Ried verliehenen Marco Meilinger traf Reifeltshammer per Kopf zum 1:1 (62.).

Erst dann zeigte Salzburg wieder mehr Kampf, Bewegung und Offensivakzente. Gonzalo Zarate traf die Stange, den Abpraller schoss Maierhofer weit übers Tor (71.). Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem Simon Cziommer (76., 90.) bzw. Casanova (77.) und Nacho (81., 83.) die letzten guten Chancen vergaben. Salzburg hat in den jüngsten fünf Liga-Partien bei drei Niederlagen nur zwei Punkte ergattert, die Rieder bleiben hingegen einmal mehr hartnäckig an den Europacup-Startplätzen dran.

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