LH Stelzer zu Krediten

„Sich Eigentum zu schaffen, ist immer schwieriger“

Oberösterreich
15.05.2023 08:00

Oberösterreichs LH Thomas Stelzer (ÖVP) drängt auf weitere Entschärfungen bei den Vorgaben für Wohnbaukrediten. Denn, wie er sagt: „Trotz einiger Lockerungen weiß ich aus vielen Gesprächen, dass es für viele Landsleute weiterhin fast unmöglich ist, sich Eigentum zu schaffen.“

Vor einigen Tagen hat die Finanzmarktaufsicht Lockerungen bei der sogenannten KIM-Verordnung des Finanzmarktstabilitätsgremiums wieder eine Absage erteilt. Das möchte LH Stelzer aber nicht auf sich beruhen lassen: „Fleißige, arbeitende Menschen brauchen eine Perspektive und den Glauben, dass sich ihr Einsatz auszahlt. Wer etwas leistet, soll sich auch etwas leisten können." Insbesondere die notwendige Eigenkapitalquote von 20 Prozent und die maximale Höhe der Kreditraten von höchstens 40 Prozent des Nettoeinkommens stellten Häuslbauer vor große Hürden, meint Stelzer.

Banken prüfen ja eh schon sehr genau
Der Schutz der Kreditnehmerinnen und -nehmer und der Banken sei wichtig, aber die Banken würden - um ihre Sorgfaltspflicht zu erfüllen - ohnehin sehr genau die Kreditfähigkeit in jedem Bereich prüfen und daher auch bei Wohnbaukrediten. „Das liegt ja im ureigensten Interesse einer jeden Bank. Keine Bank will Kreditausfälle riskieren“, stellt der Landeshauptmann klar. Zusätzlich wache ja auch die Bankenaufsicht über die Geschäfte der heimischen Kreditgeber.

Sollen die Leute im Ausland Kredite holen?
In anderen Ländern, etwa Deutschland, gebe es derartige restriktiven Kredit-Vorgaben nicht. Es könne daher auch nicht im Interesse der Aufsicht sein, wenn kreditwillige Österreicher/innen bei einer deutschen Bank oder gar bei einer unseriösen ausländischen Online-Bank einen Kreditvertrag abschließen. „Das schadet der heimischen Bankwirtschaft und verfehlt überhaupt den Zweck des Schutzes von Kreditnehmer/innen“, betont Landeshauptmann Stelzer.

Die Bauwirtschaft braucht Aufträge
Weitere umsichtige Lockerungen für Wohnbaukredite seien auch wichtig, um die Bauwirtschaft und Bautätigkeit am Laufen zu halten. „Denn man darf nicht vergessen, dass die Bauwirtschaft in Oberösterreich für eine jährliche Wirtschaftsleistung von 4,3 Milliarden Euro und 51.100 Arbeitsplätze steht“, so LH Stelzer mit Verweis auf Zahlen der Statistik Austria.

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