Mit Schuldsprüchen endete am Mittwochnachmittag der Prozess gegen ein kriminelles Quartett am Landesgericht Eisenstadt. Die Angeklagten müssen wegen Raub beziehungsweise Raub und Schlepperei bis zu sechseinhalb Jahre hinter Gitter ...
Wegen Drogendelikten, Schlepperei und Raub mussten sich drei Männer und eine junge Frau im Februar erstmals vor Gericht in Eisenstadt verantworten. Die Vorwürfe wogen schwer: Der sechsfach vorbestrafte Tschetschene Sabu A. (verbüßt derzeit eine Haftstrafe wegen anderer Delikte) beraubte gemeinsam mit seiner niederösterreichischen Ex-Freundin Melissa W (25)., einem vorbestraften Tunesier (38) und einem ebenfalls vorbestraften türkischen Frühpensionisten (25) in Wien zwei algerische Drogendealer in deren Wohnung. Melissa W. diente als Lockvogel, machte den Dealern sexuelle Avancen. Dadurch erhielt das Quartett Zutritt zur Wohnung , wo es Geld, Handys und Drogen erbeutete. Alle vier Angeklagten - sie bedrohten die Opfer mit Messern und Pfefferspray - plädierten bereits beim ersten Prozess auf „nicht schuldig“, sagten, sie hätten lediglich Kokain kaufen wollen.
Zeuge erschien nicht
Der zusätzlich wegen Schlepperei angeklagte Tunesier wollte mit Schlepperei nichts zu tun haben. Weil weitere Zeugen beantragt waren, musste der Prozess vertagt werden und wurde nun fortgesetzt. Doch die beiden Opfer sind mittlerweile abgeschoben und ein Tschetschene, den Sabu A. (27) als Entlastungszeugen nominiert hatte, kam nicht.
Mein Mandant ist sicherlich kein Sympathieträger und kann mich auch nicht leiden. Aber darum geht es nicht. Er ist ein tschetschenischer Heißsporn, doch er hat den Raub nicht begangen. Daher beantrage ich Freispruch.
Nikolaus Mitrovits verteidigte als Verfahrenshelfer den Angeklagten Sabu A.
Hohe Haftstrafen
Der schon bereits beim ersten Prozess rabiat auftretende Tschetschene fiel Richterin und Staatsanwältin ständig ins Wort, war dermaßen aggressiv, dass sogar Pflichtverteidiger Nikolaus Mitrovits entnervt feststellte, dass sein Mandant „kein Sympathieträger“, dafür aber ein „tschetschenischer Heißsporn“ sei, ehe er pflichtgemäß im Auftrag seines Mandanten einen Freispruch forderte. Am Ende setzte es trotz der Bemühungen der Anwälte vier Schuldsprüche! Sabu A. fasste weitere sechs Jahre Haft aus und muss damit insgesamt neun Jahre absitzen. Für den Tunesier gab es sechseinhalb Jahre. Der mitangeklagte Türke erhielt dreieinhalb Jahre, A.’s Ex-Freundin Melissa W. wurde zu zwei Jahren verurteilt - wie A. als Zusatzstrafe zu ihrer schon bestehenden Verurteilung. Die 25-Jährige war die einzige, die das Urteil akzeptierte. Sie muss damit insgesamt vier Jahre hinter Gitter.
Der Tunesier und der Türke erbaten Bedenkzeit, der Tschetschene wurde sofort laut und kündigt „volle Berufung“ an. Mehrfach mussten die Justizwachebeamten wegen A.‘s Verhalten einschreiten ...









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