EU-Vertretung entsetzt

Israelis rissen palästinensische Schule ab

Ausland
07.05.2023 17:36

Israelische Behörden haben am Sonntag eine Schule in einem Dorf nahe Betlehem niedergerissen. Begründet wurde die umstrittene Aktion mit fehlender Baugenehmigung und einer Einsturzgefahr. Auch die EU hatte den Bau der Schule mitfinanziert. In Brüssel herrscht Entsetzen über die Strafmaßnahme.

Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtete, israelische Soldaten in Begleitung von Bulldozern seien in der Früh in das Dorf im südlichen Westjordanland eingedrungen. Daraufhin sei es zu Konfrontationen mit Einwohnern gekommen. Die zuständige israelische Cogat-Behörde erklärte, das Gebäude sei ohne die notwendigen Genehmigungen errichtet worden. Wegen Einsturzgefahr habe ein Gericht die Zerstörung angeordnet.

Die Al-Tahadi-Schule war den Angaben zufolge bereits 2017 zerstört und dann wieder aufgebaut worden. Ein israelisches Gericht hatte im März dem Antrag einer rechtsorientierten israelischen Organisation stattgegeben und die erneute Demolierung angeordnet. Bassam Jabr, im Bereich Betlehem für Erziehung zuständig, sagte Wafa, in der Schule lernten rund 60 Schüler von der 1. bis zur 4. Klasse.

EU-Vertretung: „Verstärkt nur das Leid der Palästinenser“
Die EU-Vertretung in den palästinensischen Gebieten äußerte sich „entsetzt“ über die Zerstörung. Solche Gebäudezerstörungen seien nach internationalem Recht illegal, „und das Recht von Kindern auf Erziehung muss respektiert werden“, hieß es in einem Tweet. „Israel sollte alle Zerstörungen und Räumungen stoppen, die nur das Leid der palästinensischen Bevölkerung verstärken.“ Sie eskalierten auch weiterhin die ohnehin angespannte Lage.

Israel demoliert immer wieder Häuser und Gebäude von Palästinensern im Westjordanland und in Ost-Jerusalem, wenn diese ohne israelische Genehmigung errichtet wurden. Auch Wohnhäuser von Angehörigen palästinensischer Attentäter werden abgerissen. Israel nennt das Abschreckung. Menschenrechtler kritisieren diese Praxis als Kollektivstrafe.

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