Zu viele Fahrbahnen

Alljährlich etwa 17.500 tote Hasen auf den Straßen

Kärnten
04.04.2023 09:52

Alarm schlagen WWF und Verkehrsclub Österreich: Pro Jahr sterben mehr als 17.500 Hasen auf den Straßen. Der Lebensraum von Wildtieren ist durch das dichte Straßennetz gefährlich geworden.

Der Straßenverkehr ist auch für viele Tiere gefährlich. Pro Jahr wurden zuletzt mehr als 17.500 Hasen und rund 41.500 Rehe in Österreich von Kraftfahrzeugen niedergefahren und getötet, machen Verkehrsclub Österreich (VCÖ) und WWF aufmerksam.

Der hohe Bodenverbrauch und das dichte Straßennetz schränken den Lebensraum der Tiere ein. VCÖ und WWF fordern daher eine deutliche Reduktion des Flächenverbrauchs sowie einen Stopp der Zersiedelung.

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Das Überqueren der Straßen ist für Tiere lebensgefährlich. Je mehr Autos und Lastwagen fahren und je höher deren Tempo, umso größer das Risiko für Tiere unter die Räder zu kommen

Christian Gratzer, Sprecher des VCÖ

Ein Hase bewegt sich auf 20 Quadratkilometern
Rund 128.000 Kilometer Straßen gibt es in Österreich - sie zerschneiden den Lebensraum von Tieren. So ist der Aktionsraum eines Feldhasen rund 20 Quadratkilometer groß. Derzeit sind viele Hasen unterwegs, es ist Paarungszeit. Gelingt es, die Verkehrsbelastung zu reduzieren, profitieren die Anrainerinnen und Anrainer und auch die heimische Tierwelt.

Allein seit dem Jahr 2010 haben die Verkehrsflächen in Österreich um über 70 Quadratkilometer zugenommen, wie Daten des Umweltbundesamts zeigen. Das ist größer als die gesamte Fläche der Stadt Salzburg.

Tote Hasen auf Kärntens Straßen

11.700 Kilometer Straßen durchziehen Kärnten und durchschneiden den Lebensraum der Wildtiere. Mehr als 500 Hasen und rund 3.100 Rehe werden auf den Fahrbahnen alljährlich niedergefahren.

Naturschutz-Offensive gefordert
„Das dichte Straßennetz zerschneidet den Lebensraum von Hasen und anderen Wildtieren. In den vergangenen zehn Jahren wurde täglich eine Fläche von drei Fußballfeldern für Verkehr verbaut. Wir brauchen daher auch bei großen Verkehrsprojekten ein Umdenken“, fordert Simon Pories, Bodenschutz-Sprecher des WWF Österreich. Ein österreichweiter Bodenschutz-Vertrag soll den massiven Flächenverbrauch verbindlich in die Schranken weisen. „Neben einer Ökologisierung der Raumordnung und des Steuersystems braucht es auch eine große Naturschutz-Offensive, um die Artenvielfalt zu erhalten“, betont Simon Pories.

Fakten

Zuletzt wurden 41.500 Rehe pro Jahr Opfer des Straßenverkehrs sowie über 17.500 Hasen. Zusätzlich werden noch mehr als 13.000 weitere in der freien Wildbahn lebende Tiere, wie Fasane, Füchse oder Dachse, niedergefahren und tödlich verletzt. Konkret fanden laut Statistik Austria und CVÖ 41.508 Rehe; 17.678 Hasen und Kaninchen;  5.115 Fasane; 2.851 Füchse; 1.631 Marder; 1.316 Dachse; 3.557 sonstige Wildtiere im Straßenverkehr den Tod - in Summe: 72.340.

Stopp der Zersiedelung notwendig
Ein Treiber des massiven Flächenverbrauchs sei auch die Zersiedelung. Supermärkte, Betriebsanlagen oder Wohnsiedlungen außerhalb der Orte verbrauchen enorme Bodenflächen - dazu kommen Zufahrtsstraßen und Parkplätze. VCÖ und WWF fordern daher einen Stopp der weiteren Zersiedelung und die Stärkung der Ortskerne und der Nahversorgung. „Österreich hat bereits ein dicht ausgebautes Straßennetz. Angesichts der zunehmenden Klima- und Biodiversitätskrise ist ein weiterer Ausbau nicht mehr gerechtfertigt“, betonen VCÖ und WWF.

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