„Krone“-Interview

„Wir haben auch gegen Juve eine Aufstiegs-Chance“

Fußball International
08.03.2023 23:10

Michael Gregoritsch prallt mit seinem ÖFB-Teamkollegen Philipp Lienhart und Freiburg im Achtelfinale der Europa League auf Juventus Turin. Vor dem Hinspiel am Donnerstag auswärts im Allianz Stadium ist der 28-Jährige guter Dinge, sprach mit der „Krone“ über den Gegner, seine starke Saison und Ziele.

„Krone“: Michi, welchen Stellenwert hat für dich das Hinspiel im Allianz-Stadium bei Juventus Turin?
Michael Gregoritsch: Es ist bei mir ganz weit oben angesiedelt, meine Eltern und mein Bruder werden live dabei sein. Ob es die bedeutendsten Matches werden, wird sich erst herausstellen (schmunzelt). Juventus war jenes Los, welches wir uns alle im Klub für das Achtelfinale gewünscht hatten. Ein Hammerlos.

Welche Chancen rechnet ihr euch gegen Italiens Rekordmeister aus?
Sehr viele von uns erwartet Neuland: WIr kennen die K.o.-Phase vom deutschen Cup, aber nicht mit Hin- und Rückspiel binnen einer Woche. Ich bin gespannt, wie wir mit dieser Situation umgehen werden. Um weiter zu kommen, muss etliches zusammen passen. Doch ich bin überzeugt: Es gibt für uns eine Chance zum Weiterkommen.

Worin liegt diese Chance?
Wir sind defensiv sehr stabil, haben in der Bundesliga bereits zehnmal „zu Null“ gespielt. Wir müssen das auch gegen Juventus auf den Platz bringen, zugleich offensiv unser Spiel durchziehen, uns in wichtigen Phasen den Ball sichern. Und danach trachten, in Ballbesitz auch mal kurz durchschnaufen zu können. Dann denke ich, dass einiges möglich ist.

Bereitest du dich auch individuell auf so ein Spiel vor?
Was wir als Mannschaft zu tun haben, teilt uns das Trainerteam mit. Auf die Duelle mit meinen unmittelbaren Gegenspielern bereite ich mich eigens vor - auch in der Bundesliga, zumindest in jenen Matches, wo mir die Gegenspieler und ihr Verhalten auf dem Platz noch nicht so geläufig sind. Denn die meisten kennt man ohnehin. Ich schaue etwa, wie sie sich bewegen, in Zweikämpfen und bei Kopfbällen agieren. Das alles kurz und prägnant, in 20 bis maximal 30 Minuten.

Für Dich ist es die erste Europacup-Saison deiner Karriere, die Gruppenphase habt ihr mit vier Siegen und zwei Remis ungeschlagen und als Gruppensieger gemeistert.
Ich habe ab dem Moment, als ich für Freiburg unterschrieben hatte, dem Europacup entgegengefiebert, mit den Burschen einen coolen Herbst in tollen Stadien erlebt. Wir waren in vier der sechs Spiele klar besser, die 14 Punkte sprachen für sich.

Wie groß ist seit jeher dein Interesse am italienischen Fußball?
Durch die geographische Nähe war sie für mich als Kind natürlich interessant. Ich habe mich da vorrangig für den AC Milan interessiert, da ich das Team hervorragend fand. In der Folge verlor ich sie etwas aus den Augen, mit Ronaldos Wechsel zu Juventus Turin kam die Serie A aber schlagartig wieder im Blickpunkt. Es war aber in den letzten Jahren nicht so, dass ich sie mit höchster Aufmerksamkeit verfolgte.

In bisher 30 Spielen hast du für Freiburg 12 Tore und vier Assists verbucht, besser hätte es für dich bislang kaum laufen können.
2022 war definitiv mein bislang stärkstes Kalenderjahr. Ich war in Freiburg sofort sehr willkommen im Team, weil alle wussten, was sie von mir bekommen, sie mich aus der Bundesliga kannten. Zudem habe ich mein Spiel etwas adaptiert, bin nach ganz vorne gerückt, habe etwas an Gewicht zugenommen, laufe besser an und fokussiere mich nun auf meine Stärken - welche im Sechzehner liegen.

Am Wochenende musstest du wegen einer Halsentzündung passen...
... ich bin aber seit Sonntag wieder im Training, gesundheitlich passt alles. Ich gehe davon aus, dass es sich auch körperlich rasch wieder einpendeln wird.

Nebst der Europa League steht ihr im Viertelfinale des DFB-Cups und mischt auch in der Bundesliga als Fünfter vorne mit. Ruft man da nun als Ziel einen Titel aus?
Selbst wenn wir vor der letzten Runde Erster wären und in beiden Bewerben im Finale stünden, würden wir nie dieses Ziel ausrufen. Das würde nicht zu uns und unserem Klub passen. Doch sollte sich tatsächlich eine Titelchance ergeben, sind wir die Letzten, die Nein sagen würden.

Binnen 30 Tagen warten auf dich nun neun Spiele, inklusive des Starts in die EM-Qualifikation Ende März. Ist dieser auch schon in Deinem Hinterkopf?
Im Moment liegt mein Fokus auf Freiburg. Es bleiben dann mit dem Nationalteam ohnehin jene vier, fünf Tage, um sich auf diesen Start einzustimmen. Dass gegen Aserbaidschan und Estland einzig Siege zählen, versteht sich von selbst. Zumal es unser Ziel ist, 2024 in Deutschland mit dabei zu sein.

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