Sa, 21. Juli 2018

Atomwaffen vermutet

03.09.2011 10:08

IAEO "zunehmend besorgt" wegen Iran-Programm

Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) ist "zunehmend besorgt" über das vermutete iranische Atomwaffenprogramm. Die Behörde in Wien erhalte immer neue Geheimdienstinformationen zu diesem Thema, heißt es in einem Bericht vom Freitag. Dabei gehe es auch um Atomraketen. Der Iran mache auch Fortschritte in seinem Atomanreicherungsprogramm, heißt es in dem vertraulichen Dokument weiter.

"Es gibt immer mehr Informationen", sagte ein Diplomat, der mit der Arbeit der IAEO vertraut ist. Bei dem Geheimdienst-Material, das der IAEO vorliege, handle es sich um Information aus erster Hand von Zeugen aus dem Iran. "Das Ziel ist, in allen Stufen des Brennstoffzyklus' unabhängig zu werden", sagte er weiter.

In dem Bericht heißt es: "Im Besonderen ist die Agentur zunehmend besorgt über mögliche geheim gehaltene Aktivitäten auf dem Gebiet der Nukleartechnik in der Vergangenheit oder gegenwärtig (...), einschließlich Aktivitäten zur Entwicklung nuklearer Bestückung von Raketen."

Urananreicherung kommt weiter voran
Der Bericht des IAEO-Generaldirektors Yukiya Amano (Bild) an die Mitgliedstaaten macht deutlich, dass der Iran mit seinen Programmen zur Urananreicherung vorankommt. Das Land sei auch ohne fremde Hilfe in der Lage, aus dem angereicherten Uran Kernbrennstoff für Reaktoren herzustellen. Amano bestätigt, dass in der lange geheim gehaltenen unterirdischen Anlage Fordo bereits mit der Installation von Zentrifugen begonnen wurde.

Der Chef des iranischen Atomprogramms, Fereydoun Abbasi, hatte zuletzt angekündigt, sein Land sei unter bestimmten Bedingungen zu Gesprächen über die Anschuldigungen gegen den Iran, an der Herstellung von Atomwaffen zu arbeiten, bereit. Viele Länder verdächtigen den Iran aufgrund von Geheimdienstinformationen an die IAEO, an Atomwaffen zu arbeiten. Teheran hat stets abgestritten, an militärischen Atomprogrammen zu arbeiten und behauptet, das Land arbeite an einem Programm zur Energiegewinnung und anderweitige zivile Nutzung.

IAEO will atomfreie Zone im Nahen Osten
Die IAEO kündigte unterdessen für den 21. und 22. November in Wien Gespräche über die Schaffung einer atomwaffenfreien Zone im Nahen Osten an. Obwohl mehrere Mitgliedstaaten bereis im Jahr 2000 die Bildung eines Forums zur Diskussion dieser Frage angeregt hatten, kam dies bisher nicht zustande. Nach einem Brief von IAEO-Generalsekretär Amano an die Mitgliedsstaaten im Nahen Osten hätten diese aber ihre Bereitschaft zu einem solchen Forum signalisiert, hieß es in der Erklärung.

Auf dem Treffen soll demnach diskutiert werden, wie aus den Beispielen anderer atomwaffenfreier Zonen gelernt werden könne. Bisher existieren solche Zonen in Afrika, Lateinamerika, Südostasien, Zentralasien, der Karibik, dem Südpazifik und unbewohnten Gegenden wie der Antarktis, dem Weltraum und dem Meeresgrund. Es wird allgemein angenommen, dass Israel über Atomwaffen verfügt. Der Iran und Syrien, die verdächtigt werden, ebenfalls nach Atomwaffen zu streben, streiten dies ab.

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