JVP-Chef im Interview

Berger: „Ich würde mich als katholisch bezeichnen“

Tirol
29.12.2022 16:00

Der Kufsteiner Dominik Berger wird am 1. Jänner Generalsekretär der Jungen ÖVP (JVP). Die „Krone“ traf den 27-Jährigen, der derzeit im Team von Jugendstaatssekretärin Claudia Plakolm tätig ist, zum Interview.

„Krone“Herr Berger, wie lange sind Sie schon in Wien?
Dominik Berger: Ich bin 2018 als parlamentarischer Mitarbeiter von Josef Lettenbichler, der damals Abgeordneter war, von Tirol nach Wien gekommen.

Sie waren auch ÖH-Vorsitzender in Innsbruck. Was haben Sie studiert?
Jus, das habe ich aber nie fertig gemacht. Ich habe auf Personalmanagement gewechselt, doch als beruflich mehr weitergegangen ist, ist im Studium weniger weitergegangen (lacht).

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Ich unterstütze unsere Bundesobfrau Claudia Plakolm in der Leitung der größten politischen Jugendorganisation.

Dominik Berger

Aufgabengebiet ist strukturelle Arbeit
Wie schaut Ihr Arbeitsalltag als Generalsekretär der JVP aus?
Ich unterstütze unsere Bundesobfrau Claudia Plakolm in der Leitung der größten politischen Jugendorganisation, meine Aufgabe ist die strukturelle Arbeit.

Die Bauernjugend muss die erhaltenen Corona-Gelder zurückzahlen. War die JVP davon auch betroffen?
Es hat wegen einer falschen Auskunft eine Beantragung von einer Ortsgruppe in Oberösterreich gegeben, die hat das aber zurückgezahlt, als klar wurde, dass das nicht legitim ist.

Auf Twitter zu Weihnachten haben Sie sich – nennen wir es einen „katholischen Schlagabtausch“ – geliefert. Sind Sie katholisch?
Ja. Ich würde mich selbst als katholisch bezeichnen.

„Restriktiver Außengrenzschutz ist notwendig“
In der Asylfrage vertritt der Tiroler Bischof eine andere Position als die ÖVP, er spricht nicht von einer Flüchtlingskrise, sondern von einer Unterbringungskrise. Wie ist das vereinbar?
Die ÖVP hat ein christlich-soziales Wertefundament, das spiegelt sich auch in den Positionen wider. Restriktiver Außengrenzschutz ist notwendig, um jenen zu helfen, die wirklich Hilfe brauchen und dass wir in einem offenen Europa ohne Grenzen leben können. Da haben wir eine Problematik, die wir klar erkennen.

Frau Plakolm meinte, das Asylsystem sei kaputt. Was meint Sie damit?
Momentan kommt nicht zu uns, wer am meisten Schutz braucht, sondern wer es sich leisten kann. Männer kommen in größerer Anzahl als Frauen, aber die brauchen nicht weniger Schutz. Das funktioniert nicht.

Die ÖVP ist seit 1990 in der Regierung. Was hat man da verabsäumt?
Vor 20 Jahren hat man keine Flüchtlingswelle lösen können, die es damals noch nicht gab. Viele der Fragen sind auch europäische Fragen. Das Asylsystem greift nicht gerecht in Europa.

In Zukunft steht leistbares Wohnen auf Agenda
Wie geht es bei Ihnen weiter? Pläne für die Zukunft?
Ich habe das Privileg, dass ich für eine sehr coole Chefin arbeiten darf. Mein Anspruch ist es, dass ich die JVP unterstütze, damit für Junge etwas weitergeht. Wie es danach weitergeht, kann ich jetzt schwer sagen.

Zur Person

Der gebürtige Kufsteiner Dominik Berger (27) wird ab 1. Jänner die Funktion des Generalsekretärs der Jungen ÖVP (JVP) übernehmen. Er war Pressesprecher von Jugendstaatssekretärin Claudia Plakolm, die auch Bundesobfrau der JVP ist. Berger sieht die Jugendorganisation der Volkspartei mit über 100.000 Mitgliedern als treibende Kraft der Innenpolitik. Das Altersspektrum in der JVP, in der auch Sebastian Kurz Karriere machte, reicht von 14 bis 30 Jahren.

Was steht bei der JVP auf der Agenda?
Leistbares Wohnen schaffen und bestmögliche Bedingungen für Ehrenamtliche schaffen.

Frau Plakom wurde unter anderem mit dem Spruch „Mit 30 Jahren ein Haus gebaut, ein Kind gezeugt und einen Baum gepflanzt“ bekannt. Sie sind 27, wie schaut es aus?
Noch kein Haus und keine Kinder – pflanzen tu ich auf Twitter (lacht).

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