Mit 31. Dezember 2022 ist der Landesjagdverband, so wie er 70 Jahre als Interessensvertretung der Jäger bestanden hat, Geschichte. Das Land holt sich die Agenden und bestellt einen neuen Landesjagdkoordinator.
Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Landesrat Leonhard Schneemann erfinden die Jagd im Burgenland neu. Wie schon im März 2021 beschlossen, ist mit Jahresende Schluss für den Burgenländischen Landesjagdverband. Seine Kompetenzen wandern ins Land. Koordiniert wird ab Jahresbeginn 2023 alles von Hans-Peter Weiss, dem Geschäftsführer der Bundesimmobiliengesellschaft. Zentrales Ziel: Weiss soll das Jagdwesen modernisieren.
Warum Änderungen gewünscht sind, begründet der Landeshauptmann mit formalen Überlegungen. „Der Jagdverband hat Aufgaben gehabt, die eigentlich behördlicher Natur sind“, so Doskozil. „Unser Ziel mit dem neuen Landesjagdkoordinator ist es, die besten Rahmenbedingungen für die Jäger zu schaffen.“ Weiss selbst sieht die Arbeit für die Zukunft in der Biodiversität und dem Umweltschutz. Darauf werde man hinarbeiten. „Denn eine erfolgreiche Jagd misst sich nicht an Abschusszahlen, sondern am ökologischen Gleichgewicht“, so der neue Koordinator. Das neue Landesjagdreferat wird in Neutal, im Bezirk Oberpullendorf seine Zelte aufschlagen. Dort sei es „in der Mitte des Burgenlandes“ angesiedelt und solle als Servicestelle für die Jägerschaft und die Fischerei dienen. Die im Landesjagdverband beschäftigten Mitarbeiter werden übernommen.
Eine erfolgreiche Jagd misst sich nicht an Abschusszahlen, sondern am ökologischen Gleichgewicht
Hans-Peter Weiss
Interessenskonflikt soll nun bereinigt werden
„De facto lösen wir so einen Interessenkonflikt auf: bis jetzt war der Landesjagdverband Standesvertretung und Verwaltungsstelle in einer Organisation. Die Verwaltungsagenden waren teils beim Land und teils beim Landesjagdverband“, erläutert Doskozil: „Die Standesvertretung regelt nun die Jägerschaft selbst, damit hat Land nun nichts mehr zu tun.“ In den kommenden Jahren wird es einiges zu tun geben. So möchte man Angebote weiter ausbauen und auch Schulen und andere Naturinteressierte bedienen.
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