„Polizei-Notruf - Guten Tag!“ Diese kurze Begrüßung ist in der Landesleitzentrale der Polizei im St. Pöltner Landhaus im Schnitt alle 48 Sekunden zu hören. Sie muss so kurz sein, denn der Anrufer befindet sich meist in einer Ausnahmesituation. „Er muss so schnell es geht alle wichtigen Informationen loswerden können“, weiß man bei der Polizei.
1800 Mal am Tag wählt jemand in Niederösterreich den Notruf, der seit 2019 nicht mehr bei den 23 Bezirks- und Stadtleitstellen landet, sondern zentral auf den Apparaten im Regierungsviertel. Eine Änderung, die sich bezahlt gemacht hat. „Durch die Leitstellenreform erreichen wir eine Steigerung der Interventionsgeschwindigkeit“, weiß Landespolizeidirektor Franz Popp. 90 Bedienstete arbeiten in den topmodernen Räumlichkeiten. Mindestens 14 Disponenten für Notruf und Funk sorgen rund um die Uhr für eine permanente Erreichbarkeit.
30 Prozent „Nullanrufe“
Langt ein Notruf ein, so wird dieser protokolliert, nach Dringlichkeit gestuft und an die nächstgelegenen Streifen weitergeleitet. Nicht jedes Mal handelt es sich aber um einen Notfall. Rund 30 Prozent sind „Nullanrufe“, dazu zählt etwa ein unbeabsichtigter Anruf in der Hosentasche. Aus den 1800 Anrufen resultieren 450 Einsätze – einige davon auch wegen der 5500 Alarmanlagen, die direkt mit der Landesleitzentrale verbunden sind.
Wir können durch die rasche Verständigung der nächstgelegenen Streifen den von der Bevölkerung erwarteten hohen Sicherheitsstandard in Niederösterreich noch weiter erhöhen.
Landespolizeidirektor Franz Popp über die Leitstellenreform
Geiselnahmen und Terroranschlag
Eine zentrale Rolle spielt die Landesleitzentrale zudem bei Geiselnahmen oder etwa beim Terroranschlag in Wien. Sie beherbergt nämlich auch einen Sondereinsatzraum. Diesen nutzt der Führungsstab für das Besprechen der weiteren Vorgehensweise. Auch Livebilder können dort eingespielt werden.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.