Mit 73 Mitarbeitern

Insolvente Firma im Zillertal vor Schließung

Tirol
23.11.2022 06:06
Porträt von Tiroler Krone
Von Tiroler Krone

Der insolvente Zillertaler Hersteller von Seilzügen GA Actuation Systems GmbH steht offenbar kurz vor der Schließung. Derzeit werde der Betrieb fortgeführt, schrieb der Kreditschutzverband (KSV) in einer Aussendung. Aufgrund der Geschäftsentwicklung der letzten Jahre sei aber klar, dass „eine langfristige Weiterführung“ während des Insolvenzverfahrens „nicht infrage“ komme. 73 Dienstnehmer und 250 Gläubiger sind betroffen.

Die Passiva belaufen sich auf 10,5 Mio. Euro. Klaus Schaller, KSV-Regionalleiter West, rechnete am Dienstag mit einer Schließung des Standortes „kurz vor Weihnachten“. „Ein Investor, der den Betrieb der Schuldnerin in dieser Form weiterführen will, ist bisher nicht in Sichtweite“, hielt Schaller fest und fügte hinzu: „Aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahre“ sei dies „nicht weiter verwunderlich“.

„Klare Hinweise auf mangelhafte Kosten-Erlös-Struktur“
Der Kreditschutzverband führte „klare Hinweise auf eine seit Jahren bestehende mangelhafte Kosten-Erlös-Struktur“ ins Treffen. Ein „in Relation zu den am Markt erzielbaren Preisen hoher Materialeinsatz“ habe dazu geführt, dass das Unternehmen „keinen einzigen Monat im Jahr 2022 mit einem positiven wirtschaftlichen Ergebnis abschließen konnte“. Die GA Actuation Systems GmbH produziert Handbremshebel, Fußpedalwerke und Schnellmontagesysteme für Seilzüge, die vorwiegend in der Autoindustrie zum Einsatz kommen. Das Unternehmen hatte am 9. November beim Landesgericht Innsbruck Insolvenz angemeldet. Zwei Insolvenzverwalter führten seitdem den Betrieb fort.

Keine Meldung an AMS
Das Management hatte offenbar im Vorfeld der Insolvenzeröffnung keine Meldung an das Arbeitsmarktservice vorgenommen. Damit seien alle Dienstnehmer bis zumindest 16. Dezember für den Insolvenzverwalter in seinen Berechnungen mitzuberücksichtigen, erklärte der KSV. Auch würde im Rahmen der Fortführung darauf geachtet, „lagernde Rohmaterialien“ noch „erlösbringend“ einzusetzen.

Die erste Verhandlung am Landesgericht Innsbruck ist am 21. Dezember anberaumt. Bis zu jenem Tag dürfte der Betrieb mit einem Auftragsvolumen von rund 1,9 Mio. Euro ausreichend ausgelastet sein, so der KSV. Der Insolvenzverwalter führe auch Verhandlungen mit einem Großkunden über eine mögliche Bezuschussung einer weiteren Fortführung in den nächsten Wochen. Das Verhandlungsergebnis stand hierzu noch aus.

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