Equal Pay Day

Frauen verdienen um 17 Prozent weniger als Männer

Leben
24.10.2022 12:04

Am 30. Oktober ist Equal Pay Day in Österreich. Kein Grund zum Feiern für Österreichs Frauen: Diese verdienen in Österreich um 17 Prozent weniger als Männer, ab Ende Oktober arbeiten sie damit statistisch gesehen bis zum Jahresende gratis. Konkret heißt das: Männer haben bereits am 30. Oktober das verdient, wofür Frauen noch weitere 63 Tage arbeiten müssen. Berücksichtigt man auch Teilzeitbeschäftigte, verdienen Männer sogar um 36 Prozent mehr.

„Der Equal Pay Day verdeutlicht jedes Jahr aufs Neue, dass wir beim Thema Gleichstellung in den Unternehmen noch lange nicht am Ziel sind. Damit Gender Diversity kein abstraktes Konstrukt bleibt, muss gleichwertige Arbeit gleich entlohnt werden - und zwar unabhängig vom Geschlecht“, betont Gundi Wentner, Partnerin bei Deloitte Österreich.

Keine Verbesserung in Corona-Jahren
AK-Präsidentin Renate Anderl zeigte sich bei einer Pressekonferenz „genervt“, dass der Equal Pay Day sich Jahr für Jahr nur um wenige Tage verschiebe. Der heurige Wert von 17 Prozent liege auch weniger an einer Verbesserung, sondern daran, dass im Berechnungsjahr 2020 durch die Corona-bedingte Kurzarbeit Männer um Überstundenentgelte umgefallen und näher an die Fraueneinkommen herangerückt sind, betonte sie.

Die Einkommensunterschiede zwischen den Geschlechtern ließen sich nur dann verringern, wenn es für bezahlte Care-Arbeit - also Arbeit in der Kinderbildung, Pflege und dem Sozialbereich - besser Bezahlung und Rahmenbedingungen gibt. Derzeit erhält man hier einen durchschnittlichen Brutto-Stundenlohn von 13,70 Euro, in technischen Berufen sind es 20,10, wie Ökonomin Katharina Mader vorrechnete.

Haushalt noch immer in weiblicher Hand
Gleichzeitig forderte sie eine Entlastung aller Frauen von unbezahlter Care-Arbeit (Kinderbetreuung, Pflege Angehöriger, Haushalt). Dass diese immer noch als weibliche Aufgabe gesehen werden, führe u.a. dazu, dass jede zweite Frau teilzeitbeschäftigt ist, bei Müttern mit Kindern unter 15 sind es drei Viertel. EU-weit können 7,7 Millionen Frauen wegen ihrer Care-Aufgaben nicht arbeiten gehen.

Nötig seien eine bessere Entlohnung, eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich und mehr Personal für stabile Dienstpläne sowie Ausbildungen mit existenzsichernden Stipendien.

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(Bild: kmm)



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