Patient missbraucht?

Kurioser Prozess um „Sex statt Psychotherapie“

Burgenland
21.09.2022 13:55

Vor dem Landesgericht in Eisenstadt musste sich eine studierte Pädagogin und Psychologin jetzt verantworten. Vorwurf: Missbrauch eines Patienten. Die Aussagen beider Parteien vor Gericht wichen dabei sehr voneinander ab.

Nach einem Schicksalsschlag suchte ein 61-Jähriger Hilfe bei einer Psychotherapeutin. Doch nach fünf Sitzungen wurde die Behandlung beendet. Das sagten sowohl die Therapeutin - eine mehrfache Akademikerin - als auch ihr ehemaliger Patient übereinstimmend beim Prozess aus.

Patienten missbraucht
Dort musste die 53-Jährige nämlich auf der Anklagebank Platz nehmen, weil ihr von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen wurde, ihren Patienten missbraucht zu haben.

Während sie sagt, dass sie ihn nicht weiter therapieren wollte und es bei späteren privaten Treffen ein einziges Mal zu Oralverkehr gekommen sei, als sie betrunken war, stellt er die Sache anders dar. Seine mit einem anderen Mann eigentlich fest liierte Therapeutin und er hätten sich gegenseitig anziehend gefunden und in der Folge eine einvernehmliche sexuelle Beziehung begonnen.

Zitat Icon

Sie hat zu mir gesagt: Du brauchst keine Therapie, Du brauchst mich. Und dann hatten wir bei mir daheim öfters wilden Sex.

Das vermeintliche Opfer als Zeuge vor Gericht

Unterschiedliche Darstellungen
„Stimmt nicht, ich schwöre beim Leben meiner Kinder, wir hatten keinen richtigen Sex.“ Was Frau Rat zu einem humorvollen Hinweis auf den ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton veranlasste, der seinerzeit eine sexuelle Beziehung zu seiner Praktikantin Monica Lewinsky abgestritten hatte, bis ihn eine DNA-Probe als Lügner überführte.

Der 61-Jährige wiederum erklärte als Zeuge, dass er und die Frau sich regelmäßig bei ihm zu Hause getroffen und Sex gehabt hätten: „Wenn sie heimfuhr, hat sie mir immer Chatnachrichten geschrieben, dass ich ein Sexgott sei. Das liegt Ihnen ja vor, Frau Rat.“

Sex nicht Teil der Therapie
Um dann zu ergänzen: „Sie hat mir später gesagt, dass sie nie eine richtige Beziehung wollte, sondern dass sie mich nur zur Befriedigung ihrer Libido gebraucht hat.“ Dass die Causa überhaupt vor Gericht landete, war darauf zurückzuführen, dass der aktuelle Therapeut des Mannes ihm eine Meldung an den Berufsverband empfohlen hatte. Da der Sex jedoch außerhalb der Therapie stattgefunden hatte, gab’s einen Freispruch für die Psychologin.

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