Zwischen der steirischen Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß und dem Grazer Med-Uni-Rektor Hellmut Samonigg ist das Klima derzeit nicht das Beste. Nach Kritik der Politikerin im Landtag kontert der Hochschul-Leiter: „Die Vorwürfe sind unsachgemäß.“
Es war ein bemerkenswerter Auftritt im steirischen Landtag, als Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) öffentlich Kritik an Hellmut Samonigg, Rektor der Medizin-Uni Graz, übte. Zwar nannte sie seinen Namen nicht, doch der Angriff saß: Die Medizin-Uni-Rektoren („Herrschaften“) würden sich seit Jahren gegen eine aus ihrer Sicht dringend notwendigen Erhöhung der Medizin-Studienplätze aussprechen und nun das (auf wackeligen Beinen stehende) steirische Stipendienprogramm an der Sigmund-Freud-Privatuni in Wien als „externe Experten“ kommentieren.
Erhöhung der Studienplätze auf 400 „nicht unrealistisch“
Samonigg reagierte am Tag danach: „In Krisenzeiten wie diesen sind unsachgemäße Vorwürfe ungeeignet, um zur Lösung akuter Probleme im Hier und Jetzt beizutragen.“ Eine Erhöhung der Studienplätze in Graz von derzeit 370 auf 400, wie sie etwa auch Landeshauptmann Christopher Drexler (ÖVP) in einem Interview angeregt hatte, sei „nicht unrealistisch“ - Bogner-Strauß fordert aber eine Verdoppelung!
Man darf gespannt sein, wie die künftige Zusammenarbeit zwischen den beiden verläuft. Das Land könnte ja auch Studienplätze an der öffentlichen Uni „reservieren“ (die Absolventen müssten dann verpflichtend einige Jahre in Kages-Spitälern arbeiten), hat dies aber bisher noch nicht getan. Samonigg drängt auf eine Entscheidung noch heuer, Bogner-Strauß sieht eine solche Kooperation nur bei einer gleichzeitigen Erhöhung der Studienplätze sinnvoll.
Aufnahmetest als „Elitenprogramm“
Übrigens: Bogner-Strauß hatte bereits im Frühjahr Kritik am Aufnahmetest der öffentlichen Medizin-Unis geführt. Diese seien „partiell ein Eliteprogramm“. Jungen Menschen würden sich teils jahrelang mit großem Aufwand vorbereiten, dennoch würden letztlich viele Träume platzen.









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