In den sechs Monaten seit Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine haben wir schreckliche Bilder von Bombenangriffen, Gräueltaten und der Vertreibung eines ganzen Volkes gesehen. Wir sehen auch den enormen Mut des ukrainischen Volkes und die beispiellose Anstrengung des Westens zur Unterstützung der ukrainischen Demokratie. Ein Schlüsselelement bei diesen Bemühungen sind die Sanktionen und Exportkontrollen auf Putins Kriegsmaschinerie.
Sie werden Zeit brauchen, aber die Fakten zeigen, dass Sanktionen und Exportkontrollen bereits wirken. Die Wirtschaft Russlands wird Prognosen zufolge dieses Jahr um bis zu 15 Prozent schrumpfen, während die Wirtschaft der EU im zweiten Quartal um 4 Prozent gewachsen ist. Russland ist zweimal mit der Zahlung seiner Staatsschulden in Verzug geraten und hat seine Fremdwährungsschulden nicht beglichen. Sanktionen haben mehr als die Hälfte der Devisenreserven der russischen Zentralbank eingefroren. Geld, das sonst zur Finanzierung von Putins Militäroffensive verwendet worden wäre.
Putin verhandelte nie ernsthaft
Exportkontrollen hindern Russland daran, Schlüsseltechnologien zu importieren, die es zum Bau und zur Wartung seiner militärischen Ausrüstung benötigt. Wir hofften, dass Putin diesen Apparat niemals benutzen würde, um den Frieden in Europa zu zerstören. Zahlreiche diplomatische Bemühungen wurden gesetzt, um Moskau zum Einlenken zu bewegen. Die Gespräche scheiterten, weil Putin und seine Regierung nie ernsthaft verhandelten. Jetzt, da er den Krieg nach Europa zurückgebracht hat, müssen wir alles dafür tun, dass unsere Volkswirtschaften sein militärisches Abenteurertum nicht länger unterstützen.
Als Folge von Putins ungerechtfertigtem Krieg, der Covid-19-Pandemie und der Inflation aufgrund von Lieferkettenunterbrechungen steht die US-Wirtschaft vor Herausforderungen. Tatsächlich betrifft es die gesamte Weltwirtschaft in ähnlicher Weise. Wir arbeiten mit Europa zusammen, um die Erdgasversorgung im Einklang mit den Klimazielen zu diversifizieren und den Preis für Putins Öl zu senken, um ihm so seine Haupteinnahmequelle zu entziehen.
Gemeinsam unternehmen die USA und Europa gewaltige Anstrengungen, um Putin zu beweisen, dass er uns nicht erpressen kann, diesen Krieg einfach hinzunehmen. Es ist vielleicht das folgenreichste Unterfangen unserer Zeit, und wir können es uns nicht leisten zu versagen. Die Menschen in der Ukraine und künftige Generationen in ganz Europa, den USA und darüber hinaus zählen darauf, dass wir Erfolg haben.
„Krone“-Kommentar von Victoria Kennedy, US-Botschafterin in Wien









Kommentare
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).