Problem-Wildschweine

„Digitale Alm“: GPS verdrängt die Kuhglocken

Oberösterreichs Almen verändern sich: Die Anzahl der „gesömmerten“ Tiere ist rückläufig, dafür werden sie digital überwacht. Wölfe und vor allem Wildschweine bereiten Sorgen.

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Sie sind romantisch, urig und arbeitsintensiv: Von 635 Almen in Oberösterreich werden 440 aktiv bewirtschaftet. Rückläufig ist die Zahl der Tiere. Wurden vor zwei Jahren 4700 Rinder, Schafe, Pferde und Ziegen „gesömmert“, zählt man aktuell nur mehr rund 4500 Tiere. Die haben immer weniger ihre Ruhe, denn auch Wildschweine schnuppern gern Bergluft.

„Mehreren Almen wurde von Wildschweinrotten schwerer Schaden zugefügt“, berichtet Alm-Obmann Johann Feßl. Die Almbauern begrüßen nun die Gesetzesänderung im oö. Jagdgesetz, dass Wildschweine auch unter Zuhilfenahme von Nachtsichtgeräten bejagt werden dürfen.

Wolf bleibt Reizthema
Ebenfalls Sorgen macht den Landwirten die Rückkehr des Wolfes, wobei es bislang heuer in OÖ nur Sichtungen im Grenzgebiet zu Tschechien gab. Herdenschutz sei auf Almen nur eingeschränkt möglich, betont Feßl. Schutzzäune sind nicht in jedem Gelände umsetzbar, Herdenschutzhunde und Wanderer würden sich auch nur schwer vertragen. Die Almbauern fordern eine Bestandsregulierung durch Bejagung.
Für Johann Kammleitner vom Nationalpark Kalkalpen wäre schon hilfreich, wenn Nachweisverfahren bei Rissen verkürzt werden und Entschädigungen besser ausfallen.

Digitaler Sommer
Die Almen sind übrigens längst digital: Immer öfter tragen Kühe GPS-Halsbänder statt Glocken, damit Positionen und Bewegungen vom Schreibtisch aus überwacht werden können.

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