Auch in der aktuell großen Gereiztheit bemüht sich Bundespräsident Alexander Van der Bellen um Sachlichkeit. Er beschönigt nicht, benennt die Probleme und Aussichten und nimmt in die Pflicht. Nicht nur die Regierung, die Opposition ebenso.
Der guten Ordnung halber ist anzumerken, dass sich Van der Bellen schon lange vor den Festspielen klar und deutlich zur Lage der Nation hätte äußern müssen. Das mag mühsam sein. Es ist aber die Anforderung an den Bundespräsidenten, der angesichts des Zustandes der Regierung zu den letzten intakten Autoritäten der Republik zählt. Wenn Van der Bellen in seiner Salzburger Rede auf die Bedeutung der EU hinweist, wird ihm das keine Wählerstimmen bringen. Die Einheit Europas ist allerdings bei allen bekannten Schwächen der Konstruktion die einzige Chance gegen Wladimir Putin.
Alleine wird Österreich nicht durch die Krise kommen. Eine Allianz mit Viktor Orban, den Bundeskanzler Karl Nehammer für Donnerstag nach Wien eingeladen hat, wird mehr schaden als nützen. Orbans rassistische Machosprüche täuschen nur darüber weg, dass sich der Forint im Sturzflug befindet. Die korrupten Machthaber in Budapest haben Ungarn, das nicht viel größer ist als Österreich, ruiniert und isoliert.
Österreichs frühere Regierungen haben im Umgang mit Putins Russland vieles übersehen oder nicht sehen wollen. Sich jetzt in Panik auf die nächsten falschen Freunde einzulassen, kann schnurstracks in den Untergang führen.
















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