Eine „Krone“-Umfrage zeigte, dass Salzburger klar für die Maßnahme auf der Tauernautobahn sind. Die Abfahrtssperren haben aber ihre Grenzen, denn abfahren darf jeder mit Ziel in Österreich.
Seit Jahren wird der Reiseverkehr auf der Tauernautobahn immer mehr. Gerade durch die Corona-Pandemie hat sich der Trend weg vom Flieger hin zum Auto noch weiter verstärkt – zum Leidwesen der Transitländer. Um zumindest die kleineren Straßen abseites der Autobahn für Einheimische und auch Einsatzkräfte freizuhalten, hat sich das Land für die Abfahrtssperren für Durchreisende entschieden. Das funktioniert aber nur zum Teil, weil es zu viele Möglichkeiten gibt, die Sperren zu umgehen. Der Tenor der Salzburger Bürger ist: Die Sperren gehören noch viel strenger kontrolliert.
Mehr Personal für die Kontrollen seit den Ferien
Das Land hat daher die Zahl der Kontrolleure erhöht. Ein privater Wachdienst, Polizei und Asfinag-Mitarbeiter versuchen die Fahrzeuge auf der Autobahn zu halten. „An den Reisewochenenden ist es trotzdem mühsam“, berichtet eine Taxilenker aus der Stadt Salzburg. „Ein Problem ist, dass schon viele durch die Stadt Salzburg auf die Landesstraßen fahren und so bis nach Hallein kommen. Das passiert auch mit den Abfahrtsperren“, bestätigt Christian Teng aus Hallein. Jene Urlauber, die aus Deutschland kommen und die A8 schon frühzeitig verlassen, können so auch die Durchfahrtssperren in den Grenzorten Wals, Großgmain und Grödig umgehen. Das verlagert den Verkehr wieder auf niederrangige Straßen und sorgt in den Orten für Stau.
Es braucht unbedingt bessere Kontrollen. Man überlegt sich mittlerweile am Wochenende, ob man überhaupt einkaufen fährt. Wir fahren nicht mehr nach Salzburg oder an einen See.
Erika Vossen, Kuchl
Für die Einheimischen bedeutet das eine wiederkehrende Belastung. „Ich fahre am Samstag nicht einmal mehr einkaufen“, sagt etwa Angela Holleis aus Kuchl. Denn aus den Seitenstraßen kommt man bei der Verkehrslawine nicht mehr hinaus auf die Hauptstraße. Ausflüge aus den autobahnnahen Orten im Tennengau überlegen sich die Einheimischen zweimal. Einen guten Überblick über die Abfahrtssperren hat Matthias Grünwald. Der Unternehmer betreibt eine Tankstelle in Puch. „Ich habe schon das Gefühl, dass weniger von der Autobahn abfahren, aber die Sperren gehören viel rigoroser kontrolliert.“ Er vermutet, dass immer mehr Navis die Sperren anzeigen.
Wir haben nicht nur an den Reisewochenenden ein Verkehrsproblem, sondern das ganze Jahr über. Die Abfahrtssperren sind prinzipiell gut, aber es wird leider generell zu wenig kontrolliert.
Gerlinde Reiter vom Hauslwirt in Golling
Vergangenes Jahr kam es zu Protesten der Bürger in Golling. Aber nicht nur an den Reisewochenenden ist der Ort am Pass Lueg vom Verkehr geplagt. Als einen Grund sehen die Gollinger den Anschluss in Kuchl, wo man nicht Richtung Süden auffahren kann. Die Forderung: ein zusätzliche Auffahrt.















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