Dienst an Wissenschaft

Ganz Österreich auf der Suche nach Baumschläfer

Tierecke
20.07.2022 06:52
Porträt von Tierecke
Von Tierecke

Um mehr über die Verbreitung des Baumschläfers in Österreich zu erfahren, laden der Naturschutzbund, die Österreichischen Bundesforste und das Institut apodemus Naturinteressierte in ganz Österreich ein, sich als „Citizen Scientists“ (Forschung mit Bürgerbeteiligung) an der Suche nach dem seltenen Nager zu beteiligen. 

Große Augen, kleine runde Ohren und ein buschiger Schwanz - so sehen Bilche aus. Dazu gehören neben dem Baumschläfer auch der Gartenschläfer, der Siebenschläfer und die Haselmaus. Mit seinen etwa zehn Zentimeter Körperlänge gehört der Baumschläfer zu den kleineren Bilchen und ist an seinem dichten grauen Fell und der Zorromaske - dem schwarzen Augenband, das bis zu den Ohren reicht - besonders gut erkennbar. Optimale Lebensbedingungen findet er in feuchtschattigen und unterwuchsreichen Mischwäldern, in denen es Baumhöhlen und genügend Platz für seine freistehenden Nester gibt.

Hilfe aus der Bevölkerung
Weil er europaweit streng geschützt ist und als extrem selten gilt, will man im Rahmen des Projekts herausfinden, wo er nun wirklich vorkommt. Deshalb sind Naturinteressierte in ganz Österreich gefragt: Wer den kleinen Nager oder seine Artgenossen entdeckt und mit Foto auf naturbeobachtung.at oder der gleichnamigen kostenlosen App teilt, liefert wichtige Daten zur Verbreitung dieser faszinierenden Tiergruppe. Das ist auch bereits gelungen: Dank achtsamer „Citizen Scientists“ konnte der Baumschläfer schon in Salzburg und der Steiermark nachgewiesen werden.

Wie man dem Klettermeister auf die Spur kommt 
Typisch für die sogenannten Schläfer oder Schlafmäuse ist der namensgebende Winterschlaf, den sie eingerollt in Erdverstecken oder unter der Laubstreu verbringen. Da sie außerdem hauptsächlich dämmerungs- und nachtaktiv sind, sind noch viele Fragen zu ihrer Lebensweise offen. Nur nach dem Winterschlaf und im Herbst hat man - mit viel Glück - auch tagsüber die Gelegenheit, sie zu beobachten. Weil es für konkrete Schutzmaßnahmen Verbreitungsdaten als Grundlage braucht, sind Naturinteressierte österreichweit eingeladen, sich an der Suche nach den Bilchen zu beteiligen!

Alle können mitmachen
Auf der Plattform des Naturschutzbunds geht das ganz einfach: Foto hochladen, Datum und Fundort bekannt geben und fertig ist die Meldung. Dabei stehen Fachleute zur Verfügung, die Sichtungen prüfen und Bestimmungshilfe geben. So können die Funddaten für wissenschaftliche Publikationen und fundierte Naturschutzmaßnahmen herangezogen werden.

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