Rassismus-Causa

Bundesliga leitet nun doch Verfahren gegen Tiroler ein

Sport
29.07.2011 15:31
Die tipp3-Bundesliga hat in der Rassismus-Causa nach dem Spiel Wacker Innsbruck gegen Red Bull Salzburg ein Verfahren gegen einen Profi der Innsbrucker eingeleitet. Nun wird beim Straf- und Beglaubigungsausschuss auf eine Stellungnahme vonseiten des beschuldigten Spielers gewartet. Den Namen des Betroffenen wollte die Bundesliga mit Hinweis auf die Unschuldsvermutung nicht nennen.

Im Finish und nach Schlusspfiff des Westderbys, das vergangenen Sonntag im Tivoli-Stadion ein 1:0 für die Salzburger gebracht hatte, kam es auf dem Platz zu unschönen Szenen. Salzburgs Torhüter Eddie Gustafsson hatte im Anschluss daran vor laufender Kamera Georg Harding des Rassismus beschuldigt. Diese Vorwürfe zog der Schwede wenig später zurück.

Für die Liga war dies nicht genug, sie forderte von Gustafsson bis Donnerstag eine schriftliche Stellungnahme. Auf Basis dieser Aussagen wurde nun ein Verfahren "wegen des Verdachts auf rassistische Äußerungen" eingeleitet.

Überraschung in Innsbruck
Wacker wurde Freitagmittag von der Kunde aus Wien überrascht. "Man soll Beweise vorlegen. Ansonsten ist die Sache ziemlich dünn", meinte Trainer Walter Kogler in einer ersten Reaktion. Der Kärntner erklärte auch: "Diese Debatte war bei uns in dieser Woche überhaupt kein Thema."

Konsequenzen aus den Tumulten hatte der Strafsenat der Liga bereits am Montag gefällt. Salzburgs Verteidiger Ibrahim Sekagya wurde nachträglich wegen Tätlichkeit für drei Spiele gesperrt. Der Profi aus Uganda hatte Wackers Spanier Inaki Bea vom Schiedsrichter unbeobachtet mit dem linken Unterarm einen Schlag versetzt.

Sekagya beschwert sich via Facebook
Sekagya hatte via Facebook, ohne einen Namen zu nennen, danach schwere Anschuldigungen erhoben. "Ich kann nicht tolerieren, wenn jemand etwas wegen meiner Hautfarbe sagt oder schlimmer noch, wenn dabei Worte über meine vor zwei Monaten verstorbene Mutter fallen. Jeder hätte an meiner Stelle so reagiert. Das ist mir in den letzten zehn Jahren meiner Profi-Karriere nicht passiert", schrieb Sekagya.

Bea ließ im Gegenzug am Montag via Twitter wissen: "Ich habe zu ihm nichts über die Rasse gesagt." Und plädierte noch vor der Sperre der Liga: "Das ist Fußball und ich habe alles vergessen. Er muss keine Strafe bekommen."

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Sport
29.07.2011 15:31
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

KMM
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung