"Das Resultat darf nicht über die große Anzahl an Torchancen hinwegtäuschen, die der Gegner herausgespielt hat und die teilweise dann mit Glück und mit Können von Thomas Gebauer nicht zum von den Dänen erhofften Auswärtstor geführt haben", meinte Gludovatz.
Mit dem taktischen Verhalten seines Teams war der Burgenländer jedenfalls hochzufrieden. "Wir haben ihnen viel Power genommen und sind um ein Eckhaus mehr gelaufen", meinte Gludovatz. Die Ausgangslage vor dem Rückspiel sieht er offen: "Wir müssen wahrscheinlich ein Auswärtstor schießen. Ich würde mich aber auch über eine Verlängerung oder ein Elferschießen freuen."
Überschwänglicher reagierte Manager Stefan Reiter: "Ich bin jetzt überglücklich. Das war ein toller Auftritt unserer Mannschaft gegen einen starken Gegner. Eine ganz starke Mannschaftsleistung, bei der natürlich Thomas Gebauer noch ein bisschen herausgeragt hat. Dennoch wird es sehr schwer in Dänemark, aber mit einem 2:0 im Gepäck will man natürlich auch weiterkommen."
Gebauer tritt auf Euphoriebremse
Goalie Gebauer, der mehrere Großchancen des Gegners zunichtemachte, dämpfte aber allzu große Erwartungen: "Wir haben ein sehr gutes Hinspielergebnis, aber es ist einfach nur die Hälfte, wir dürfen uns nicht zu sicher sein. In Kopenhagen erwartet uns ein ganz heißer Tanz", meinte der Deutsche, der auch von Gludovatz großes Lob erhielt. "Nach den Toren gegen die Austria, die man ihm angedichtet hat, war das sicher Balsam für ihn", meinte der Coach in Anspielung auf die 1:2-Niederlage in Wien am vergangenen Sonntag.
Ried-Urgestein Oliver Glasner fühlte sich um 13 Jahre zurückversetzt. "Es ist ein super Erlebnis und erinnert mich an unseren ersten Europacup-Auftritt 1998, da haben wir zu Hause als Außenseiter gegen MTK Budapest auch 2:0 gewonnen", sagte der 36-Jährige. Ein gutes Omen, schließlich setzte man sich damals auch auswärts mit 1:0 durch und erreichte so die zweite Runde des Cups der Cupsieger.
Angesichts eines starken Gegners wollte Glasner daran aber noch nicht denken. "Sie haben sehr viel rochiert, das hat mich am meisten überrascht. Das haben wir am Video nicht gesehen", erklärte der Kapitän. Dass man vor allem in Standardsituationen für Gefahr sorgte, hätte der Logik des Spiels entsprochen: "Sie haben im spielerischen Bereich nicht viel zugelassen, und Standards waren schon in der vergangenen Saison Stärken von uns."
Royers Liebeserklärung an Ried
Daniel Royer, Torschütze des 2:0, wollte seinen Treffer auch als Liebeserklärung an Ried verstanden wissen. Schließlich hatte das Transfer-Hickhack um den Neo-ÖFB-Teamspieler die vergangenen Wochen dominiert, erst am Spieltag hatte der 21-Jährige aber seinen Vertrag im Innviertel vorzeitig um ein Jahr verlängert. "Ich wollte den Fans beweisen, dass ich mich hier sehr wohl fühle. Mir taugt es in Ried, ich habe nie gesagt, dass ich unbedingt weg will. Ich glaube, das hat man auch gesehen", meinte der Steirer.
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