08.02.2005 18:57 |

Jetzt wird's ernst!

Embryo-Klon-Lizenz für "Dolly"-Schöpfer

Ian Wilmut, Schöpfer des Klonschafs Dolly, hat eine Lizenz zum Klonen menschlicher Embryonen erhalten. Die Lizenz wurde ihm am Dienstag von der zuständigen britischen Behörde HFEA erteilt. Der Wissenschaftler will auf diesem Wege Therapien gegen tödliche Nervenleiden entwickeln. "Dies schulden wir den Menschen, die jetzt daran leiden, und denen, die in Zukunft daran leiden werden", hatte Wilmut zuvor gesagt und versichert, sein Team wolle keine geklonten Babys produzieren. Die Embryonen würden sich im Rahmen der Forschung nur sechs Tage entwickeln und dann zerstört.
Mit den Versuchen will Wilmut untersuchen, wiebei den so genannten Motoneuronerkrankungen Nervenzellen zerstörtwerden, die Muskeln steuern. Zu den Motoneuronerkrankungen zähltunter anderem das unheilbare Nervenleiden ALS (amyotrophe Lateralsklerose),an dem auch der britische Physiker Stephen Hawking erkrankt ist.
 
Klonen zu Forschungszwecken
So genanntes therapeutisches Klonen zu Forschungszweckenist in Großbritannien seit 2001 legal. Die für dieVergabe der entsprechenden Lizenzen zuständige Behördefür Menschliche Fortpflanzung und Embryologie hatte eineähnliche Erlaubnis wie die von Wilmut angestrebte bereitsim August vergangenen Jahres erteilt.
 
Experimente seit den 80ern
Wilmut arbeitet am Roslin-Institut im schottischenEdinburgh. Mitte der 80er Jahre wandte sich der Forscher dem Klonenzu, der künstlichen Reproduktion bereits existierender Lebewesen.Zusammen mit dem Zellbiologen Keith Campbell hatte Wilmut 1995seinen ersten Erfolg mit der neuen Methode: Die aus Embryo-Zellengeklonten walisischen Bergschafe Megan und Morag wurden geboren.Das nächste Experiment war das 1996 geborene Klonschaf Dolly.
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