18.05.2022 08:00 |

Roboter-Tellerträger

Im Laschenskyhof räumt „Wall-E“ die Tische ab

In Viehhausen fährt ein kleiner Roboter dreckige Teller und Besteck zum Saubermachen. Er soll nicht Konkurrenz, sondern Entlastung bringen.

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Einmal ausgemessen, programmiert – schon ist der kleine Roboter einsatzbereit. Er hört auf den Namen „Wall-E“. Im Animationsfilm, der 2008 in die Kinos kam, räumt der kleine Roboter „Wall-E“ den gesamten Erdball auf. Im Laschenskyhof in Wals-Viehhausen räumt der Elektrohelfer „nur“ Tische ab.

Martin und Lydia Hauthaler haben in ihrem Hotel und Restaurant Laschenskyhof nach Entlastung und Unterstützung für die Mitarbeiter gesucht. Alleine im Gastronomie-Bereich ihres Hauses arbeiten 70 Personen. Gute Bezahlung, flexible Arbeitszeit, kostenloses Mitarbeiteressen und die Möglichkeit günstig zu wohnen: Die Arbeitsbedingungen bei Familie Hauthaler sind fair. Fachkräfte sind in Gastronomie und Hotellerie aber gefragter denn je. Das Vier-Sterne-Haus ist groß, die Wege sind weit. Den Hauthalers kam die Idee, etwas auszuprobieren.

Kleine Probleme mit der Rampe in den Garten
„Seit Anfang Mai haben wir ein neues Mitglied im Service“, sagt Martin Hauthaler. Der kleine, äußerst selbstständige Mitarbeiter ist pflegeleicht und hat sich schon gut im Laschenskyhof integriert. „Er sieht Hindernisse, weicht Mitarbeitern und Gästen von selbst aus“, rühmt Hauthaler den elektronischen Tellerträger aus chinesischer Produktion. „Nur mit der Rampe in den Garten hat er noch seine Probleme.“

In der Praxis wird „Wall-E“ mit dreckigen Tellern, benutzten Gläsern und Besteck beladen. Per Knopfdruck oder Sprachkommando kann er gerufen und zu abgespeicherten Stationen geschickt werden. Egal, ob in den Garten, in den Restaurantbereich im Haus oder zur Bar. Sein Ziel ist aber meistens die Küche. Dort wird das dreckige Geschirr in der Abwasch den Küchenhilfen übergeben. „Für unser Service-Personal ist es eine massive Erleichterung. Es gab anfangs Bedenken, aber mittlerweile wissen sie aber, was sie an ihrem neuen Kollegen haben“, so Hauthaler.

Fünf Minuten Zeitersparnis für den Barkeeper
Vor allem für den Bardienst am Abend ist es nun deutlich einfacher. Anstatt vorher den weiten Weg mit benutztem Geschirr in die Küche und wieder retour zu absolvieren, übernimmt dies jetzt „Wall-E“. Der Barkeeper muss seinen Arbeitsplatz so nun nicht mehr für fünf Minuten alleine und die Gäste warten lassen.

Ob die Idee mit dem Gastro-Roboter aufgeht, werden die nächsten Wochen noch im Detail zeigen. Eine Anschaffung des Helferleins des chinesischen Produzenten Pudu ist nicht ganz günstig. Mit einem knapp fünfstelligen Euro-Betrag schlug der Viehhausener „Wall-E“ zu Buche. Wie es mit ihm weitergeht? „Wir schauen uns das noch ein paar Wochen an. Was ich jetzt schon sagen kann ist, dass er sicher niemals meine Mitarbeiter ersetzen wird“, so Chef Hauthaler. „Der persönliche Kontakt und auch das Service soll bei uns nichtzu kurz kommen.“

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