11.05.2022 05:55 |

Bauern im Interview

„Selbstversorgung ist nicht selbstverständlich!“

Vier Generationen leben im Maltatal am Bergbauernhof Preiml vulgo Reiter. Fleiß wird hier besonders großgeschrieben. Die Familie spricht über den Mangel an Marktfieranten, landwirtschaftliche Ausbildungsmöglichkeiten und die Hof-Übergabe.

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Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Sabine bewirtschaftet Harald Preiml den Nebenerwerbsbetrieb mit Mutterkuhhaltung, Direktvermarktung und einer Gesamtfläche von 57 Hektar. Unter die Arme greifen dem 50-jährigen Vater Gerhard (77) und Sohn Michael. „Es geht nur miteinander. Meine Sabine ist der Kopf der Landwirtschaft. Ohne sie könnte ich die Direktvermarktung nicht machen“, zeigt sich der Fleischer und Obmann des Liesertaler Bauernmarktes dankbar.

Der Papa und Opa arbeitet nebenbei beim Lagerhaus in Gmünd. „Einen solchen Betrieb ohne Nebenjob zu führen, geht faktisch gar nicht! Der Gewinn der Fleischwaren fließt in Wirtschaftsgeräte und Erneuerungen. Hätte ich den zweiten Job nicht, dann würde unser Leben wohl zu kurz kommen.“

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Als Bauer hat man in Krisenzeiten eine gewisse Sicherheit, man kann sich selbst versorgen, was heutzutage nicht mehr selbstverständlich ist.

Harald Preiml, Landwirt

80-Stunden-Woche
Preiml zählt mit allem Drum und Dran eine 80-Stunden-Woche. Trotz der harten, zeitintensiven Arbeit kann es sich der Hobby-Jäger ohne Hof nicht vorstellen: „Auch wenn es nicht immer leicht ist, würde ich den Betrieb nie aufgeben. Ich bin hier aufgewachsen. Es ist der Bezug zu den Tieren, der mir gefällt, und das Tierwohl. Und es tut gut, dass unsere sorgfältig verarbeiteten Waren den Kunden schmecken“, sagt der 50-Jährige. 

Landwirt im Interview: „Man muss auch loslassen können“
Krone: Sie sind Obmann des Liesertaler Bauernmarktes. Wie steht es um ihn?
Harald Preiml: Der Zuspruch der Kunden ist da. Produkte werden gut verkauft. Jedoch fehlt es uns an Fieranten. Die Stände-Anzahl ist von 15 auf sechs gesunken! Ein Grund sind die immer strengeren Vorschriften, wie im Hygienebereich. Auf der anderen Seite sind gewisse Regelungen aber wichtig!

Haben Sie sich schon Gedanken über das Übergeben gemacht?
An die Übergabe denke ich noch nicht. In etwa zehn Jahren wird mein Sohn Michael mit Freundin übernehmen. Ich als Altbauer kann nur sagen, dass man auch loslassen und die Jungen Neues ausprobieren lassen muss. Ich stehe ihnen mit Sicherheit nicht im Weg, sondern unterstütze sie.

Welchen Tipp geben Sie anderen Landwirten mit?
Das Bildungsangebot unbedingt in Anspruch zu nehmen. Es gibt so viele Kurse und Schulungen, die einem weiterhelfen! Da hat die Landwirtschaftskammer einiges zu bieten! Es ist sehr hilfreich und bringt einen weiter.

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