Auch für Jürgen Melzer gab es am Mittwochabend ein Erfolgserlebnis. Der Niederösterreicher, der im Einzel bereits in der dritten Runde ausgeschieden war, erreichte mit seinem Partner Philipp Petzschner (Deutschland) das Viertelfinale. Das Duo gewann gegen Wesley Moodie/Dick Norman (RSA/BEL) mit 7:6(5), 6:3, 4:6 und 6:2.
Am Donnerstag treffen Melzer/Petzschnzer im Viertelfinale auf die als Nummer eins gesetzte Paarung Bob Bryan/Mike Bryan (USA). Danach geht es für Peya/Kas bereits um den Einzug ins Finale. Gegner sind die Vorjahresfinalisten Robert Lindstedt/Horia Tecau (SWE/ROM).
Federer verschenkt 2:0-Satzführung
Roger Federer muss indes bei der Jagd nach seinem siebten Wimbledon-Titel im kommenden Jahr einen neuen Anlauf nehmen. Trotz einer 2:0-Satzführung scheiterte der Grand-Slam-Rekordsieger im Viertelfinale mit 6:3, 7:6(3), 4:6, 4:6 und 4:6 am Franzosen Jo-Wilfried Tsonga. Die Runde der letzten Vier komplettieren Novak Djokovic, Tim Murray und wenig überraschend Rafael Nadal.
"Ich hatte meine Chancen. Deshalb ist die Niederlage hart", sagte Federer. Noch nie zuvor in 178 Grand-Slam-Matches hatte er nach einer 2:0-Satzführung noch verloren. "Das ist ein komisches Gefühl", räumte Federer ein.
Damit verpasste der Weltranglisten-Dritte die Chance, den Rekord von Pete Sampras einzustellen. Der Amerikaner hatte in seiner Profi-Ära insgesamt siebenmal im All England Club triumphiert. Dies sei aber ohnehin "nicht die treibende Kraft" seiner Motivation, meinte Federer. Zugleich betonte der 29-Jährige, dass dies noch nicht das Ende seiner Wimbledon-Ära bedeute: "Ich glaube, dass ich definitiv noch Grand Slams gewinnen kann."
Federer: "Jo war fantastisch"
Selbst im Moment einer seiner bittersten Niederlagen an der Church Road präsentierte sich der Schweizer als fairer Verlierer. "Jo hat ein tolles Match gespielt. Er war fantastisch", sagte der 16-fache Grand-Slam-Turnier-Sieger, ohne Ausreden zu suchen. Er selbst habe ebenfalls stark gespielt und den 3:08 Stunden dauernden Kampf auf dem Centre Court genossen.
Überraschungsmann Tsonga trifft am Freitag im Semifinale auf den Weltranglisten-Zweiten Novak Djokovic, der den australischen Qualifikanten Bernard Tomic mit 6:2, 3:6, 6:3 und 7:5 niederrang. "Es ist großartig, im Semifinale zu sein, aber es war ein ausgeglichenes Match. Es gab einige Aufschlagspiele, die ich nur mit viel Mühe durchgebracht habe", betonte der 24-jährige Serbe.
Djokovic auf dem Weg zur Nummer eins
Sollte Djokovic am Freitag ins Endspiel vorstoßen oder der Weltranglisten-Erste Nadal seinen Vorjahrestitel nicht erfolgreich verteidigen, wird der Serbe neue Nummer eins.
Im Gegensatz zu Federer gaben sich wie Djokovic auch Nadal und Murray keine Blöße und zogen relativ mühelos ins Semifinale ein. Murray lässt seine Fans nach einem 6:3, 6:4 und 6:4 über den Spanier Feliciano Lopez weiterhin vom ersten Sieg eines Briten auf dem "heiligen Rasen" seit 75 Jahren (Fred Perry/1936) träumen, Nadal marschiert dank eines 6:3, 6:3, 5:7 und 6:4 über den US-Amerikaner Mardy Fush einer erfolgreichen Titelverteidigung entgegen.
Gegen Murray muss sich Nadal auf einen härteren Kampf einstellen. "In den letzten zwei Jahren habe ich hier immer im Semifinale verloren, jetzt möchte ich ins Endspiel kommen", sagte der Murray. Vom fehleranfälligen Roddick-Bezwinger Lopez bekam der Schotte weit weniger Gegenwehr als erwartet. "Er hat ein bisschen müde gewirkt und Probleme mit der Beinarbeit gehabt. Aber ich habe auch gut gespielt und vor allem gut serviert", meinte der 24-Jährige, der auch im dritten Grand-Slam-Turnier dieses Jahres in der Vorschlussrunde steht.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.