Wiener Gemeindebau

Lift außer Betrieb: 92-Jährige in Wohnung gefangen

Die Sanierung in einem Gemeindebau sollte die Lebensqualität verbessern. Doch der versprochene Lift wird seit Jahren nicht in Betrieb genommen. Eine 92-Jährige kann deshalb ihre Wohnung nicht mehr alleine verlassen.

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Gebäudesanierungen können für die Bewohner durchaus zum Albtraum werden. Vor allem, wenn sie jahrelang dauern und mit starken Einschränkungen für die Mieter einhergehen. So wie im Falle des Franz-Glaser-Hofs im 14. Bezirk. Dort begannen im Jahr 2018 die Renovierungsarbeiten. Bis heute, vier Jahre später, sind sie nicht abgeschlossen. „Die ursprüngliche Information war, dass die Sanierung in einem Jahr abgeschlossen sein sollte, da es hierfür eine EU-Förderung gab“, erzählt Elvira K., die seit 55 Jahren in dem Gemeindebau lebt.

Gehen oder bleiben?
„Mein Mann und ich überlegten damals, ins Pensionistenheim zu ziehen, da es schon sehr schwer für uns war, die zwei Stockwerke zur Wohnung zu überwinden“, schildert die 92-Jährige. Man entschied sich zu bleiben - wegen der Sanierung und des Einbaus eines Lifts. Doch die Fertigstellung erlebte der Gatte, der 2020 starb, nicht mehr. K.: „Seitdem kann auch ich die Wohnung nicht mehr alleine verlassen.“ Lediglich mithilfe der Familie sei dies möglich.

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Die Inbetriebnahme des Aufzugs würde eine erhebliche Verbesserung für mich bedeuten. Aber ob ich das noch erleben werde?

Elvira K.

Aufzug eingebaut, aber nicht in Betrieb
Von Wiener Wohnen war laut K. keine Antwort zu erhalten, wann der Aufzug, der bereits fertig eingebaut ist, in Betrieb genommen wird. Also wandte sich K.s Tochter an Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál (SPÖ). Diese teilte ihr mit, dass es sich aufgrund der Pandemie sowie den Konkurs des Elektrikers verzögerte. Nach einem neuen Vergabeverfahren sollte der Lift im Mai 2021 fahren. Doch auch ein Jahr später funktioniert er nicht.

Erst im Herbst soll Lift fahren
Warum? „Die letzten Elektro-Arbeiten müssen noch durchgeführt werden, danach die TÜV-Abnahme“, erklärt ein Sprecher von Wiener Wohnen, der erst im Herbst mit einer Inbetriebnahme der Aufzüge rechnet. Elvira K. befürchtet mittlerweile, das nicht mehr zu erleben.

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