„Für eine Spende von 20.000 Euro schlag‘ ich Gogi Knezevic k.o.“, scherzte Marcos Nader auf der Box-Gala am gestrigen Sonntag. In seiner gewohnt humorvollen Art versuchte er, den Spendentopf für das „Bündnis Kinderschutz“ noch voller zu füllen. Im Hotel InterContinental stieg dafür Österreichs gesamte Kampfsport-Elite in den Ring - mit dem Ziel, eine mächtige Summe gegen Kindesmissbrauch zu lukrieren.
Es war der Showkampf zwischen Marcos Nader und Gogi Knezevic, auf den die Gäste den Abend lang gewartet haben. In 2x2 Minuten standen sich die beiden österreichischen Box-Größen im Ring gegenüber, Knezevic schnürte dabei ein letztes Mal die Handschuhe: „Mir macht das Boxen keinen Spaß mehr, für den guten Zweck heute aber schon.“ Ihn zieht es in die Immobilienbranche. Eine dementsprechend gute Show zogen die beiden Spezis dennoch zusammen ab.
Hier die besten Bilder des Abends:
„Mehr als erwartet“
Für Lacher sorgte dabei Nader, als er aus dem Nichts während des Kampfes versuchte, dem ein oder anderen Gast weitere Geldscheine aus der Tasche zu locken: „Für eine Spende von 20.000 Euro schlag ich Gogi Knezevic k.o.“ Knezevic war da etwas „teurer“, verlangte 25.000 Euro für Naders Knock-Out. Geboten hat dafür (zum Glück) keiner, stand doch lediglich das Zeichen „die Stärksten kämpfen für die Schwächsten im Ring“ im Vordergrund. Deshalb wurde bei keinem der Kämpfe ein Sieger gekürt.
Aber auch ohne K.o.-Schlag füllte sich der Spendentopf beträchtlich. Knapp mehr als 80.000 Euro kamen für das „Bündnis Kinderschutz“ zusammen. „Ein mega Erfolg, mehr als erwartet“, freute sich Roberto d’Atri, Obmann des Vereins, nach dem Event im Gespräch mit sportkrone.at. Ziel waren 50 Tausend Euro aufwärts gewesen.
Die teuerste „Bremsspur“
Dafür sorgten eine Tombola, aber auch tolle Sachspenden der Sportler. So gingen in etwa Fadi Merzas Boxhandschuhe, getragen bei seinem letzten Kampf, für 3000 Euro, Naders Comeback-Handschuhe für 2600 Euro über den Tisch. Auf letzteren soll noch „die blutige Nase vom Gogi (Knezevic, Anm.)“ kleben. Mit einem originalen Weltmeister-Gürtel samt Unterschriften aller Prominenten konnten die Organisatoren weitere 12.500 Euro lukrieren.
So richtig amüsant wurde es bei der Versteigerung der Box-Hose Knezevic‘, getragen bei dessen Niederlage gegen Marcos Nader um den IBF-International-Champion-Titel 2019. „Die Hose hat noch eine Bremsspur“, pries Nader dieses Unikat an, das letztlich 5500 Euro einbrachte. „So teuer war eine Bremsspur noch nie“, so die schlagfertige Ringsprecherin. Zudem spendete Nader 250 Euro. „Meine Frau zahlt das“, sagte er augenzwinkernd, für den dieses Event eine „Herzensangelegenheit“ war.
Auch RAF Camora spendete
10.000 Euro steuerte auch RAF Camora aus seinem Fünfhaus-Fonds bei. Die Deutsch-Rap-Ikone („Ohne mein Team“) konnte den Scheck aber leider nicht selbst übergeben, ließ sich entschuldigen. Er habe es aus Zeitgründen nicht von Berlin nach Wien geschafft, schickte aber die Message: „Es kommt von Herzen.“ Dafür präsentierte der Rap-Newcomer DKN erstmals sein neuestes Werk „Hilfeschrei“, das er extra für den Schutz unserer Jüngsten produzierte.
Unter anderem standen mit Fadi Merza („Für gute Zwecke komme ich immer aus meinem Ruhestand“), Foad Sadeghi oder Besnik Limani weitere bekannte Gesichter im Ring. Letztgenannter kämpfte erst tags zuvor bei der Vendetta Fight Night im Käfig, wo er nach nur 29 Sekunden seinen Kontrahenten zum Aufgeben zwang.
Tolle Geste vom ehemaligen Kickboxer Ödek
Für einen Sportler mit Trisomie 21 aus dem Datri-Gym hatte der ehemalige Kickboxer Ismail Ödek ein besonderes Geschenk parat: Er erfüllte ihm den Traum, einmal in einem echten Ring vor Zuschauern zu kämpfen. Die Gäste jubelten, als Ödek „K.o.“ ging, sein Trainer daraufhin das Handtuch warf. Ein Abend, den der junge Mann wohl nie mehr vergessen wird - eine besonders schöne Aktion bei diesem herzerwärmenden Event.
Außerdem spielte auch die Polizeimusik - unter anderem „Prosit“ sowie „Ein Hoch“ auf die engagierten Kampfsportler. Aber auch Ballett-Mädchen aus der hauseigenen Ballett-Schule zeigten ihr Können und präsentierten ukrainische, spanische sowie georgische Folklore-Tänze.
Politiker ließen Event aus
Aber trotz des Erfolgs wird es dieses Event in der Form wohl nie mehr geben und somit einzigartig bleiben. Vielmehr sollen in Zukunft auch andere Sportarten bei diesem wichtigen Thema mitziehen.
Politiker waren trotz Einladung keine da. „Schämt euch“, so der ehemalige RTL-Star und nunmehriger Anti-Mobbing-Coach Carsten Stahl, Gründer vom „Bündnis Kinderschutz“. Er hoffe nun auf ähnliche Events in seiner deutschen Heimat.
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