18.06.2011 18:36 |

Schon 16. Auflage

Regenbogenparade verwandelt Ring in schrille Partyzone

Polizeiuniformen, Außerirdische, Engelsflügel oder Körperbemalung – viele Teilnehmer der 16. Regenbogenparade auf der Wiener Ringstraße haben in Sachen Styling ihrer Fantasie freien Lauf gelassen. Trotz des trüben Wetters gab es am Samstagnachmittag auch viel nackte Haut zu sehen, vor allem in Form von nackten Oberkörpern. Dabei waren nicht nur Männer oben ohne unterwegs, sondern auch Frauen.

Einige Teilnehmerinnen bedeckten ihre Brüste mit BHs, andere gar nur mit bunter Bemalung. "Nackt fühle ich mich nicht. Aber so herzukommen hat schon viel Überwindung gekostet", erklärte eine barbusige Dame. Besonders hoch im Kurs standen in Sachen Styling die Regenbogenfarben: So gab es Engels- und Schmetterlingsflügel oder eben auch Körperbemalung in dieser Farbkombination.

Parade von "Lesbians' Pride" angeführt
Anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums des Internationalen Frauentags wurde die Parade heuer von Frauen, den "Lesbians' Pride", angeführt. An der Spitze fuhr die Motorradtruppe "Dykes On Bikes", ihr folgten die "Queer Business Women" in einem Cabrio. Dann kamen rund 40 Gruppen, darunter viele mit Trucks oder bunt geschmückten Gefährten. Auch die sozialdemokratischen Teilorganisation SoHo (Sozialdemokratie und Homosexualität), die Sozialistische Jugend sowie die Grünen Andersrum waren mit eigenen Fahrzeugen vertreten. Beim Umzug nahmen auch Frauenstadträtin Sandra Frauenberger (SP) und der Grün-Mandatar Christoph Chorherr teil.

Techno- und Discomusik aus zahlreichen Lautsprechern
Originell war die Gruppe "Bio-logisch andersrum", die statt auf einen Truck auf einen Traktor setzte, die Gruppenmitglieder waren zudem in Lederhosen und Dirndl gekleidet. Eine Kutsche fuhr auch vor, allerdings wurde sie nicht von Pferden, sondern von Menschen gezogen. Mit von der Partie war heuer wieder Hermes Phettberg, der in einem Fahrradtaxi über den Ring kutschiert wurde. Für Stimmung unter den Teilnehmern wie auch bei den Tausenden Schaulustigen am Straßenrand sorgte die passende Musik: Auf vielen Fahrzeugen waren Lautsprecher montiert, aus denen Techno- und Discomusik schallte. Am Ende des Zuges sorgten die mit Regenbogenfahnen geschmückten Wägen der Straßenreinigung für einen sauberen Ring.

Erstmals wurden heuer die originellsten Trucks und Kostüme von einer gestrengen Jury unter die Lupe genommen - in der Jury saßen unter anderem Moderator Alfons Haider, Musical-Sänger Uwe Kröger und Modedesigner La Hong. Kröger zeigte sich ganz begeistert über das Styling der Paradeteilnehmer: "Es ist toll zu sehen, was sich die Leute so überlegt haben." Alfons Haider erklärte zudem, dass er schon einmal verkleidet an der Parade teilgenommen habe: "Als König von Siam", erinnerte er sich.

Heuriges Motto: "Show your face"
Als Motto der heurigen Veranstaltung galt übrigens "Show your face", dabei handle es sich um die Aufforderung an Homosexuelle, Transgender-Personen und Unterstützer, ihr Gesicht zu zeigen, erklärte Organisator Christian Högl, Obmann des Vereins Hosi (Homosexuelle Initiative). Die Regenbogenparade diene nämlich nicht nur zum Feiern, sie habe auch politischen Charakter. Es wird gegen die Diskriminierung von Schwulen, Lesben, Transgender-Personen demonstriert. Zudem sei die Parade auch eine Solidaritätsbekundung, erklärte er und verwies auf Ausschreitungen bei der Homosexuellen-Parade vergangenen Samstag in der kroatischen Stadt Split. Dort waren die Teilnehmer von Gegendemonstranten angegriffen worden.

Auf den politischen Hintergrund wurde trotz der Feierstimmung auch deshalb nicht vergessen. Auf Plakaten hielten die Teilnehmer Forderungen und Slogans fest: "Alle Frauen sind lesbisch, außer denen, die es nicht wissen", "Zivilcourage zeigen! Diskriminierung und Homophobie bekämpfen" oder "Verstecken ist out" stand etwa zu lesen. Eine Gruppe demonstrierte mit Slogans gegen die FPÖ.

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